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Hallo zusammen,
durch Zufall bin ich auf dieses wunderbare Forum gestoßen und hoffe sehr auf eure Hilfe. Es geht um meinen kleinen Sohn, der im August drei Jahre alt wird. Ich möchte die Situation bestmöglich schildern, dabei aber so kompakt wie möglich bleiben. Ich versuche mich kurz zu halten. Seine Entwicklung verlief zunächst völlig unauffällig. Nach einer komplikationslosen Schwangerschaft kam er termingerecht zur Welt. Im ersten Lebensjahr zeigte er eine leichte Hypotonie, weshalb wir Physiotherapie erhielten. Dennoch erreichte er alle Meilensteine zeitgerecht und lief mit 13 Monaten sicher frei. Er ist ein lebhafter, neugieriger und aufgeweckter Junge. Doch nun zu meinem Anliegen: Vor Weihnachten bekamen wir aus der Kita, die er seit September 2023 besucht, die Rückmeldung, dass etwas nicht stimme. Ich habe darüber bereits berichtet. Folgende Auffälligkeiten wurden festgestellt: Schwierigkeiten beim Hören und Verstehen Die auditive Wahrnehmung und Verarbeitung scheinen nicht altersgerecht zu sein. Mehrschrittige Anweisungen können nicht oder nicht immer umgesetzt werden. Auch das Richtungshören ist auffällig. Eingeschränkte Handlungsplanung Auffälliges Verhalten: starkes Imitieren seines besten Freundes. Spielen erfordert teilweise Anleitung und Anregung Wenig Kreativität, häufiger Wechsel von Tätigkeiten. Leichte Hypotonie laut Kita Eingeschränkte Mundmotorik Unlust an Puzzles Die Heilpädagogin (Gruppenleitung) vermutet eine Teilleistungs- bzw. Wahrnehmungsstörung (wenn nicht sogar noch mehr) und empfiehlt Ergotherapie. Meine erste Reaktion war ein Besuch beim HNO-Arzt – und tatsächlich: Es wurden beidseitige Paukenergüsse sowie vergrößerte Polypen festgestellt! Anfang Mai wurde er operiert, erhielt Röhrchen, und seitdem hört er wesentlich besser. Geräusche nimmt er bewusster wahr, teilweise sogar als super laut. Der Arzt erklärte mir, dass die Flüssigkeit hinter seinem Trommelfell sehr zäh gewesen sei, vergleichbar mit „Uhu-Kleber“. Offenbar hatte er über lange Zeit eine stark eingeschränkte Hörfähigkeit. Vor der Operation suchte ich mehrere Fachärzte und Therapeuten auf, weil ich zunehmend verunsichert wurde. In der Krippe fielen Sätze wie: „Wir wollen Ihr Kind nicht in eine Schublade stecken“, „Ich kenne solche Kinder, vielleicht ist er nur ein Spätzünder“, „Wir behandeln ihn zunächst wie ein normales Kind“, „Als Mutter merkt man es nicht immer“. Diese Bemerkungen haben mich zutiefst verunsichert und emotional belastet. Die Ärzte und Therapeuten – darunter Kinderärzte, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Logopäden, Pädaudiologen und Kinderpsychiater – führen sein Verhalten ausschließlich auf die Hörprobleme zurück und sehen insgesamt ein normal entwickeltes Kind mit stärken und schwächen. Ein erneuter Termin beim Pädaudiologen steht im Juni an. Auch die Kinderpsychiaterin bestätigt eine altersgerechte Entwicklung. Dennoch führen wir eine Diagnostik durch – zum einen für meine eigene Beruhigung, zum anderen, um gegenüber der Kita eine fundierte Grundlage zu haben. Es fühlt sich so an, als sei mein Sohn bereits stigmatisiert worden, obwohl ich nicht verstehen kann, warum. Offenbar zeigt er in der Kita ein ganz anderes Verhalten als zu Hause oder bei ärztlichen Untersuchungen. Aktueller Entwicklungsstand: Er spricht zwar noch nicht so deutlich und gut wie Gleichaltrige und erzählt noch nicht „wie ein offenes Buch“, zeigt aber großes Interesse an seiner Umwelt. Sein Wortschatz ist umfangreich, er bildet Drei- bis Fünf-Wort-Sätze (laut Logopäden altersgerecht; lediglich die Aussprache ist noch nicht perfekt). Er fährt sicher Roller, Laufrad und seit zehn Wochen Fahrrad – wir unternehmen bereits kleine Touren. Er klettert, unterscheidet und ordnet Farben zu, zählt sicher bis 20, erkennt Einzahl und Mehrzahl. Er zieht sich selbstständig an und aus. Seit vier Wochen ist er tagsüber trocken, nachts benötigt er die Windel nur noch als Sicherheit. Er fängt und wirft Bälle, macht eine Rolle, spielt Fußball, springt Trampolin. Er stellt viele W-Fragen (auch „Warum?“), malt und knetet gern, hält seinen Stift nicht mehr in der Faust und spielt begeistert mit „Bambino Lük“. Zuhause bleibt er gut bei einer Tätigkeit – z. B. beim Malen mit Fingermalfarben auf Leinwand, woran er bis zu 30 Minuten konzentriert arbeitet. Herausforderung: Allein beschäftigen kann er sich kaum. Draußen auf dem Spielplatz oder im Garten klappt es besser als im Haus. Im Juni steht ein weiteres Entwicklungsgespräch an, und ich weiß nicht mehr, was ich glauben oder tun soll. Die Ärzte und Therapeuten sehen ein normal entwickeltes Kind mit Stärken und Schwäche und die Krippe will mit durch die Blume sagen, dass mein Sohn von einer Behinderung bedroht ist…Habt ihr Ideen, welche Fragen ich stellen könnte? Unser Kinderarzt sieht ebenfalls ein normal entwickeltes Kind und hat mir zuliebe eine Ergotherapie-Verordnung ausgestellt. Die erste Diagnostik ergab ebenfalls keine Auffälligkeiten. Wir warten jetzt auf einen Platz, habt ihr noch Anregungen auf was ich bei der Ergo ansprechen soll? Worauf muss ich achten? Ich danke euch von Herzen! Liebe Grüße Lena
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