Diskussionsforum
Bitte um tips/ päd.
Registriert seit: 10.05.2008
Beiträge: 2
Hallo!
Lese hier nun schon eine weile u. traue mich nun auch, etwas zu schreiben...
Folgendes: Ich habe seit kurzem einen job in einer praxis. IN meiner umschulung wurde das thema pädiatrie/sens.integr. ect. leider eher nur kurz angerissen (alles andere war dafür sehr ausführlich...) NUn bin ich fleißig am bücher lesen und wissen sammeln. In der praxis bin ich jedoch in den letzten wochen auf probleme gestoßen, wahrscheinl.wegen mangelnd. erfahrung. Deswegen schreib ich hier in der hoffnung auf hilfreiche hinweise/tips
Versuche mal zu erklären, wo die probleme liegen:
1. Didaktik. Wie erkläre ich kindern am besten die aufgaben? In bilder/spiele verpackt? Wenn ja, wie am besten? Glaube, ich drücke mich zu komplex aus.
2. bin nervös, da eltern bei therapie immer dabei und ich mich unter druck gesetzt fühle. Verliere dann die Sicherheit u. das merken die kinder natürlich...
3. Habe das buch "anregungen th.gestaltung nach si grundlagen". Finde das ganz hilfreich, aber möchte therapien ja auch strukturieren. Hab da probleme. Bitte nicht falsch verstehn, erwarte nicht, dass mir jemand meine th. strukturieren hilft, weiß, dass ich das selbst lernen muss
Trotzdem.....ein tip wär gut. (falls man da einen geben kann u. das nicht zu individuell ist)
So, ich Hoffe, das passt jetzt hierher u. mir ist niemand sauer, weil ich so einfache fragen hier stelle....Dachte mir, einen versuch ist es wert.
Also, falls jemand meinen beitrag hier zu unqualifiziert findet, muss er nicht drauf antworten! ansonsten freu ich mich auf worte
Liebe grüße,
xandra
Registriert seit: 22.09.2005
Beiträge: 244
Hey xandra, ich bin auch noch Anfänger, bekomme aber zum Glück noch viel Unterstützung durch die PI. Trotzdem möchte ich dir versuchen zu helfen. zu 1) Gebe immer kurze klare Anweisungen, bei manchen Aufgaben (vorallem Bewegungsdinge wie z.B. Parcour) kannst du die Aufgabe auch während dem Tun erklären. z.B. ungefähr so: " du läufst über die Matratzenstraße, jetzt kommt ein Tunnel, krieche durch den Tunnel. (Variation: Schnell, hinter dir ist eine Raubkatze oder schleiche ganz langsam, damit dich keiner hört, um dich herum sind lauter schlafende Tiger, die dürfen nicht aufwachen.) Jetzt kommt eine Kletterwand/Berg/Baum den musst du hochklettern und oben hängt ein Korb, da holst du ein säckchen heraus und bringst es in die Höhle. @ xandra: mir ist grad nichts besseres eingefallen, ich hoffe du weißt wie ich das meine, du kannst so dass Kind immer weiter während dem Spiel anfeuern und in die Richtung lenken, in der du es brauchst, um die Ziele zu erreichen. zu 2) solange du noch nervös bist, würde ich gar keine Eltern bei der Therapie zuschauen lassen. Du musst erst mal sicher werden, und das kannst du am besten, wenn dir nicht als jemand über die Schultern schaut. Ist es bei euch gang und gebe das die eltern immer zuschauen? Bei uns ist es so, dass die Elternarbeit hauptsächlich über Gespräche mit den Eltern läuft. Nur zur VT oder auf besonderen Wunsch oder besondere Indikation sind die Eltern während der Therapie anwesend. Ein Buch was dir evtl. den Umgang mit Schwierigeren Kindern erleichtert ist: "Positiv Lernen" von Jansen Du kannst mir gern auch ne Mail schicken, ich bin für Austausch immer gern bereit und hoffe ich konnte dir etwas helfen. Liebe Grüße Michi
Registriert seit: 02.06.2005
Beiträge: 3212
Liebe xandra, Deine Frage ist überhaupt nicht einfach, sondern die Kernfrage der Therapie - oder anders ausgedrückt, daß was Therapie von Üben oder reiner Anwendung unterscheidet - nämlich das "Hilf mir es selbst zu tun", daß heißt die "Befähigung". Daß Du unsicher bist ist ganz normal, vor allem, wenn Dir die Eltern dann auch noch über die Schulter gucken. Bist Du die einzige, die Kinder behandelt ? Wie gehen Deine KollegInnen damit um ? Warum können die Dir keine Antworten geben ? Sind sie selbst unsicher ? Daß Du Dich in der Anleitung nicht so erfolgreich erlebst, kann auch mit der Fokussierung auf Maßnahmen der "SI" zu tun haben. Helfen kann es Dir, wenn Du Dir zuallererst klar machst, was die Kinder lernen sollen - diese Frage ist durchaus nicht leicht zu beantworten. Dann kannst Du Dir klar machen, wie Leute erfolgreich lernen - fand dazu die Ansätze des Verhaltenstherapeuten Meichenbaum sehr interessant, haben großen Einfluß auf die Entwicklung des "CO-OP"- Ansatzes gehabt (dazu erscheint diesen Monat ein Buch auf deutsch). In Kürze trifft den Ansatz auch ein Ausspruch von Konfuzius : " Sage es mir und ich vergesse es, zeige es mir und ich erinnere mich, laß es mich run und ich behalte es" Finde ich wunderbar ergotherapeutisch und findet sich wieder im lerntherapeutisch unbestritten erfolgreichen Prinzips der "geleiteten Entdeckung". Oder konkreter : Statt "Du fährst jetzt auf dem Bauch mit dem Rollbrett diese Rampe herunter" die Anleitung : " Wie kannst Du mit dem Rollbrett hier herunter fahren - laß uns das mal zusammen ausprobieren " Auf jeden Fall solltest Du mit deinen Kollegen/Chef einmal über Sinn und Zweck der Behandlung reden und wie Du zielgerichtet arbeiten kannst. Viel Erfolg Oetken1
Registriert seit: 02.03.2008
Beiträge: 176
Hallöchen! Denke auch mal, lass das Kind sebst entscheidungen treffen. Sie haben noch den "Spieltrieb" und entwickeln aus einer Übung selbst Sachen, auf die du als Erwachsener kaum gekommen wärst. Schon wahnsinn, was manche Kinder für Ideen haben. Wichtig ist nur, das es nicht gefährlich ist oder Sachen dabei kaputt gehen. Könnte Dir auch das Buch Sinnvoll und alltäglich empfehlen, ganz viele Anregungen, wo du nicht soviel erklären brauchst und die Eltern kannst du auch mit einbeziehen... können auch Übungen daraus zu hause umsetzen (Sind alles Kopiervorlagen) Liebe Grüße
Registriert seit: 11.08.2005
Bundesland: SachsenBeiträge: 842
hi xandra! ich erkläre meinen kindern (die meisten 4-6 jahre alt) meistens kurz, was wir machen werden, dann bauen wir auf und dann erklär ich es nochmal ausführlicher, weil die kinder dann das material vor augen haben und sich das ganze besser vorstellen können. versuche es fantasievoll zu verpacken (z.B. nicht einfach über das seil balancieren, sondern es wird zur hängebrücke und im fluss darunter sind die krokodile und deswegen darf man nicht übertreten, weil einem die krokodile sonst an den zehen knabbern) kucken die eltern in der therapie nur zu? ich könnte mir vorstellen, dass du dir selbst druck abbaust, wenn du die eltern einbeziehst - als "schiedsrichter", wenn es um die wette geht oder als partner des kindes im parcour. dann merken sie auch gleich, worauf es ankommt, was du damit förderst und du musst meist gar nicht mehr viel erklären. und du fühlst dich nicht so beobachtet. lg _____________________________________________________________________________________ Wer für alles offen ist, ist nicht ganz dicht
Registriert seit: 10.05.2008
Beiträge: 2
Hallo Ihr!
Erstmal ein riesenDANKESCHÖN
für eure antworten, die mir sehr geholfen haben und mir helfen, mal in andere richtungen zu denken.
Werd mal einzeln drauf schreiben...
@michi: Ja, die Eltern sind bei den therapien immer dabei. Das gehört zum Konzept der Praxis... FInde ich an sich ja auch gut, aber wie gesagt, für mich macht es das nicht einfacher.
Danke für den buchtip (jansen). WErd ich mir vormerken...
@Oetken1:
Doch, ich habe schon mit meinen kollegen darüber gesprochen, bisher fehlte aber die zeit, diese fragen zu klären. Auch habe ich ein wenig das gefühl, dass meine Fragen ZU grundsätzlich/allgemein sind. In den Gesprächen, die meine Kollegen untereinander führen, geht es meist um bestimmte Kinder/ bzw. spezifischere Probleme....
Zitat:Daß Du Dich in der Anleitung nicht so erfolgreich erlebst, kann auch mit der Fokussierung auf Maßnahmen der "SI" zu tun haben. Helfen kann es Dir, wenn Du Dir zuallererst klar machst, was die Kinder lernen sollen - diese Frage ist durchaus nicht leicht zu beantworten.
Ja, den Eindruck habe ich auch...Denke mittlerweile ebenfalls, dass ich mich mehr auf zweites konzentrieren sollte, und dann erst das, was ich über si gelernt habe, einfließen lasse. Denn wenn ich kein klares ziel habe, hab ich natürlich auch keinen erfolg...,logisch
Der Spruch von konfuzius ist tatsächlich zeitlos und wahr
@Juanita:
Dein vorschlag klingt gut, die eltern mit in die therapie einzubeziehen... Im moment traue ich mir das aber noch nicht zu...Vielleicht fühle ich mich dann nicht mehr so beobachtet, klingt für mich aber dennoch ziemlich schwierig umsetzbar...WErds aber im kopf behalten, wenn ich sicherer werde.
Danke euch allen für die tips zum "anleiten"...BIn im moment wirklich noch ein wenig unwissend...,möchte aber meine arbeit möglichst gut machen! War früher mal in nem praktikum in ner praxis, das war die katastrophe, die kinder haben immer dasselbe gemacht (tramp.springen, brettspiele.), und hab da nicht viel lernen können, was Therapieideen angeht, geschweige über die frage, wie man sieht, wo das kind probleme hat. Bei manchen kindern ist das ja offensichtlich, bei anderen sehe ich das oft nicht. Und dies zu sehen, ist ja das wichtigste !Jetzt bleibt mir, im tun zu lernen (passt ja ergotherapeutisch ganz gut
, aber naja, bin halt nicht so zufrieden mit mir.....
Soviel von mir. Hoffe, mein beitrag ist nicht zu chaotisch....
LG,
xandra
Registriert seit: 02.06.2005
Beiträge: 3212
Zitat: Soviel von mir. Hoffe, mein beitrag ist nicht zu chaotisch.... LG, xandra
Liebe xandra,
finde Deinen Beitrag überhaupt nicht chaotisch - Du hast in eigenen, persönlichen Worten das Dilemma der deutschen Ergotherapie beschrieben.
Fast alle wollen ihre Arbeit möglichst gut machen - aber was ist in der Ergotherapie der Maßstab für Güte und Qualität ?
Testergebnisse ? Die Meinung der Patienten ? Die Meinung der Ärzte ? Die Ansichten der Entwickler bestimmter Therapiekonzepte ?
"Gefühlte" Erfolge ?
Allein, daß Du Dir diese Fragen stellst und Deine Therapiekinder nicht einfach ständig schaukeln, malen und hüpfen läßt und das mit medizinisch-wichtig klingenden Fachbegriffen als Therapie "verkaufst" spricht doch schon für sich.
Wetten, daß Deine Kollegen sich diese Fragen auch ständig stellen und dem ausweichen, indem sie lieber über Symptome der Patienten diskutieren ?
Einen wunderbaren, sehr ergotherapeutischen Maßstab für Therapieerfolge stellt meiner Ansicht nach übrigens das "CMOP" inklusive assessment und praktischem Prozeßmodell. Hat mir vor fast 20 Jahren, als ich mir diese Frage auch ständig gestellt habe, sehr geholfen und hilft mir immer noch - jeden Tag.
Alles Gute und ein schönes Wochenende,
wünscht
Oetken1
Registriert seit: 06.05.2008
Beiträge: 8
genau @oetken! ich bin noch am anfang der ausbildung und daher noch recht unwissend. mir ist aber auch gleich eingefallen, dass es gut wäre, deine patienten und eltern direkt zu fragen, was sie glauben was verbessert werden soll. niemand kann zaubern und sieht sofort, was der patient braucht.das wäre auch sehr von oben herab. beim copm gehts doch genau darum, die patienten in die zielsetzung mit einzubeziehen. (ich finde es auch relativ einfach zu verstehen und anzuwenden).wenn du die ziele hast, kannst du dir konzpete überlegen, sie umzusetzen. und ich finde es mutig von dir, diese scheinbar einfachen fragen zu stellen. ich finde auch, dass sich manche ergos auch mal diesen fragen stellen sollten..
Buch-Tipp
Schulz-Kirchner Verlag, 2007