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Patientenansprache ?

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31. Juli 2009 13:09 # 1
Registriert seit: 05.11.2007
Beiträge: 220

Mich würde mal interessieren wie Ihr eure "Patienten" auf einem Schreiben ansprecht.
In einer Fortbildung kam dies mal zum Thema, Patient hat eben gleich diesen Stempel mit KRANK drauf.
Dieser Dozent nutzt in solchen Sachen wohl immer Klient, ich finde aber das sich das nicht so richtig gut anhört.

Wie ist das bei Euch?

Bin dabei eine neue Patienteninformation zu schreiben und suche eben dazu die passende Ansprache. Momentan bin ich bei Sehr geehrte Patienten, Liebe Eltern..., bin da aber irgendwie net so zufrieden mit.

Was meint ihr dazu?

Danke mal für Eure Hilfe ;o)

31. Juli 2009 14:57 # 2
EineWelt
EineWelt
Ehemaliges Mitglied
Beiträge: 310

Also meine bescheidene Meinung dazu ist, dass da vom jeweiligen Selbstverständnis des Therapeuten ausgegangen werden muss.
Patienten sind für mich immer diejenigen, die kommen, und denen gehlfen werden soll. Pilleneinwerfer eben.
Klienten dagegen sind mehr selbständig, aktiver, in der Mitgestaltung von dem, was wir ihnen als Hilfe anbieten. So bleibt dem Klienten mehr (wahl-) freiheit. (s. klientenzentrierte Therapieformen)
Das allgemeine Verständnis liegt aber eher auf dem Begriff "Patient", denn solange dieser nichts von seiner Freiheit (Mündigkeit) weiß, solange bleibt er ja Patient und wäre verwirrt bei einer anderen Ansprache. Klienten muss man sich erziehen.

"Der eigentliche Sinn unseres Lebens besteht im Streben nach Glück. An welche Religion man auch glaubt, jeder hält Ausschau nach etwas Besserem im Leben. Ich glaube, dass Glück durch die Schulung des Geistes erlangt werden kann."
Tenzin Gyatso, S.H., XIV Dalai Lama
31. Juli 2009 19:01 # 3
Metaline
Metaline
Ehemaliges Mitglied
Beiträge: 542

Geändert am 31.07.2009 19:08:00
Bei uns sagt man "Klienten", mein Chef spricht sogar von "Kunden" oder "Nutzern", ich arbeite aber auch nicht in einer Praxis!

Wenn du "Patienten" nicht schreiben möchtest, dir "Klienten" nicht gefällt, wie wäre es dann einfach nur mit "Sehr geehrte Damen und Herren"? Damit spichst du den Patienten an, aber auch die Angehörigen. Für Kinder wäre es nicht so passend, aber du könntest "Liebe Kinder" dazu schreiben. Also "Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kinder".

Ich finde aber ehrlich gesagt den "Patienten" am besten, du nennst dein Schreiben ja auch "Patienteninformation".

LG Tinka
1. August 2009 10:54 # 4
Registriert seit: 05.11.2007
Beiträge: 220

hm hm hm, irgendwie habt ihr beide recht.
danke für eure beiträge.
ich denke "sehr geehrte patienten, liebe eltern" bleibt einfach so...
und ja stimmt... um diesen zettel anders zu nennen als patienteninformationen hab ich schon lange überlegen müssen und mir sind nur die praxis informationen eingefallen...
na mal sehen.
danke euch beiden trotzdem.
manchmal hilft so ne andere meinung doch schon ganzschön weiter.

schönes wochenende euch... :o)

1. August 2009 18:47 # 5
Registriert seit: 02.06.2005
Beiträge: 3212

Hallo Ergo29w,
spannende Frage.
Da ich jetzt öfter drüber gestolpert bin, habe ich mal bei "wikipedia" nachgesehen.

"Patient" definieren die mit "Mensch, der an einer Krankheit oder den Folgen eines Unfalls leidet und deshalb medizinisch behandelt wird".

"Klient" wird mit der "Schutzbefohlene" übersetzt und dem psychotherapeutischen und sozialen Bereich zugeordnet.

"Kunde" ist jemand innerhalb einer Geschäftsbeziehung.


Ich sehe es so :

Als Ergotherapeutin und Praxisinhaberin behandle ich Patienten, Klienten können meine Mitarbeiter, Angehörige oder Betreuer von Patienten sein, wenn ich sie berate oder anleite.
Kunden von mir sind Krankenkassen oder Versicherungen, denn die kaufen mir die Dienstleistung für ihre Versicherten ab.

Der Begriff "Patient" ist im Medizinbereich in die Kontroverse geraten, weil dahinter eine bestimmte Haltung vermutet wird (passiv, rechtlos).

Die muß aber jemand, der eine therapeutische Dienstleistung in Anspruch nimmt nicht zwangsläufig einnehmen. Und der Dienstleister ist nicht gezwungen, den Patienten von oben herab zu behandeln.

Die grundsätzliche Haltung den Patienten gegenüber sollte aus der Selbstdarstellung einer Einrichtung ersichtlich sein.

Und ehrlich gesagt : Wenn ich mitbekommen würde, daß ich in einer Praxis als "Kundin" bezeichnet würde, dann wäre ich schon etwas skeptisch und schon denken "Was wollen die mir verkaufen und ab wann ziehen die mich über den Tisch ?"

Grüße von

Oetken1
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