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größere Ergopraxen, leistungsbez. Gehalt

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21. November 2010 19:47 # 1
Registriert seit: 14.12.2008
Beiträge: 6

Hallo zusammen,

Ich bin gerade auf Jobsuche und überlege mir mich bei einem Ergotherapieanbieter in Berlin zu bewerben, mit leistungsbezogener Vergütung.

Was haltet ihr von solchen Praxen allgemein/ Was steckt dahinter? Sie scheinen mir sehr geschäftsorientiert zu sein!?

Was haltet ihr von sog. leistungsbezogenen Vergütungen mit allgemeinen Aussagen wie zb:

stärke und leistungsbezogenes Gehalt mit optimalen Entwicklungsmöglichkeiten

bis zu 3000€ brutto, je nach Ausbildungsstand möglich?

Ich bin Euch für eure Meinungen schonmal im vorraus dankbar

21. November 2010 22:04 # 2
chipchap
chipchap
Ehemaliges Mitglied
Beiträge: 1333

Leistungsbezogen kann alles und nichts heißen.
Um eine Bewertung vorzunehmen, müsste man erstmal mehr wissen:
Geht es evtl. um ein Kombigehalt, also SockelFestbetrag und zusätzliches Entgelt
pro weitere Einheit ??
Eine Bezahlung nur nach erbrachten Einheiten ist rechtlich nicht erlaubt, auch wenn es
immer wieder in Verträgen so festgelegt wird.
Also erstmal nachfragen...

21. November 2010 22:26 # 3
Registriert seit: 30.10.2003
Bundesland: Saarland
Beiträge: 1172

Hallo,
---------------

Geht es evtl. um ein Kombigehalt, also SockelFestbetrag und zusätzliches Entgelt
pro weitere Einheit ??
----------------
Dieses Model wäre ein gute Lösung und auch real.
Vor meiner FM-Tätigkeit hatte ich ein solches Lohnmodell, ich konnte mich nicht beklagen, habe damals ganz gutes Geld verdient. War für mich hin der Schritt zur FM.
Stell´Dir einen Fragenkatatog zusammen und schau zuvor hier in die verschiedenen Threads. Hier wurde schon etliches geschrieben.
chipchap´s Rat würde ich auch befolgen.

Bonne chance M.

Mieux vaut prévenir que guérir
(frz. Sprichwort)

M.G. Masterli 207CC-RCZ
22. November 2010 11:23 # 4
Registriert seit: 14.12.2008
Beiträge: 6

Zitat:

Leistungsbezogen kann alles und nichts heißen.
Um eine Bewertung vorzunehmen, müsste man erstmal mehr wissen:
Geht es evtl. um ein Kombigehalt, also SockelFestbetrag und zusätzliches Entgelt
pro weitere Einheit ??
Eine Bezahlung nur nach erbrachten Einheiten ist rechtlich nicht erlaubt, auch wenn es
immer wieder in Verträgen so festgelegt wird.
Also erstmal nachfragen...



Hallo ChipChap,
Das kann ich leider so nicht sagen weil es eben sehr allgemein im Stellenangebot beschrieben wurde, ich denke ich werde wie schon vorgeschlagen einfach mal nachfragen. Also wenn ich das richtig verstanden habe heißt SockelFestgehalt ein monatliches Grundgehalt? und der Rest kommt irgendwie pro Behandlungseinheit zusätzlich dazu? Na dann muss die Praxis aber schon viele Klienten haben damit immer genug für alle abfallen kann, ich glaube wichtig ist auch zu fragen wieviel von der Behandlung oder besser wie der Anteil der Behandlung aussieht, da nicht jede Behandlung das gleiche Geld bringt. Hm, sehr kompliziert... naja ich mach mich mal schlau, bis dann

22. November 2010 20:34 # 5
Registriert seit: 19.07.2008
Beiträge: 840

Hi,

ich persönlich halte nichts davon, da es eher dazu verleitet Behandlungseinheiten abzuarbeiten und evtl. auch die Qualität dann leidet.
Aus einem Fall: der Kollege hatte zum Teil zwei oder drei Patienten in 45 Minuten behandelt obwohl der Anspruch auf Einzeltherapie bestand.
Folge: ne Menge Euros im Monat , magelhafte Qualität, Beschwerden von Patienten und Ärzten und zum guten Schluß bekam der Gute noch seine Papiere und das Modell wurde gestrichen!!!

Generell sollten nicht mehr als 45 Behandlungen in der Woche geleistet werden. Aber es gibt ja auch Therapeuten die bis zu 80 Behandlungen in der Woche abziehen und sich selber ins Aus schießen.......
Ich belasse es bei 40 Behandlungen (nur im HB) und ich habe dabei ein gutes Gefühl))

LG Matti

LG Matti

22. November 2010 20:37 # 6
Registriert seit: 14.12.2008
Beiträge: 6

so habe jetzt mal da angerufen um mich schlau zu machen allerdings wollten die mir bezüglich des Gehaltes also wie sich das zusammen setzt, keine Auskunft am Telefon geben habe auch das Gefühl dass man es mir übel genommen hat danach zu fragen da die Person meinte dass man als Ergotherapeut eh nicht so viel verdient und die Motivation die da verlangt wird nicht vom Geld abhängen solle. Allerdings frage ich mich warum die im Stellenangebot dann so komische Äußerungen machen von wegen gute Austiegsmöglichkeiten und stärke und leistungsbezogenes Gehalt, klar die Person sagte auch dass man je mehr Einheiten man macht auch mehr Einheiten bezahlt bekommt aber das ist auch wieder sehr allgemein geäußert. Ich habe kein gutes Gefühl bei der Sache und denke dass da junge Therapeuten die motiviert sind und Arbeit suchen einfach verheizt werden. Es gibt ja genug davon. Meiner Meinung nach ist das doch keine schlimme Sache selbst am Telefon zu erklären was man an Bezahlung erwaten kann, denn schließlich muss doch niemand verbergen dass er wenig zahlt oder nicht dann weiß man einfach waran man ist ist doch nur ehrlich. Ich würde auch bei jemanden arbeiten der unter TVÖD zahlt, solange er das auch transparent macht, ich denke soeinem Arbeitgeber kann man auch eher trauen.

Wie seht ihr das so ?

23. November 2010 17:55 # 7
Registriert seit: 01.12.2005
Beiträge: 12

Hallo,
das siehst Du vollkommen richtig! Berlin ist groß, und wir haben hier tatsächlich ein paar schwarze Schafe unter den Praxisinhabern, die im Vorfeld alles versprechen, bis es dann zur Vertragsunterzeichnung kommt... Häufig haben dann die Bewerber schon ein unbezahltes (!!!!!) Praktikum von mehreren Tagen und Wochen hinter sich, in dem sie dann probeweise (????) Behandlungen durchführen dürfen bzw. müssen.
Bei diesen Praxen gibt es naturgemäß eine hohe Anzahl an Mitarbeiterfluktuation. Diese Praxisinhaber sind in Berliner Ergokreisen bekannt.
Falls Du die Möglichkeit hast, versuche mit den Kollegen der Praxis ins Gespräch zu kommen. Wie zufrieden sind diese mit ihrer Stelle? Wie häufig müssen sie sich auf neue Kollegen einstellen? Gibt es ein Qualitätsmanagement?
Als PI rege ich immer an, dass sich die Bewerber nach einem "Schnuppertag", der dazu dienen soll die Kollegen kennen zu lernen, mit diesen über alles austauschen, was ihnen wichtig ist.
Ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deiner Stellensuche!
C.rothe

23. November 2010 19:15 # 8
Registriert seit: 04.05.2005
Beiträge: 362

@jay

Weißt du denn noch nicht, dass wir alle Ergos geworden sind, weil uns unsere Berufung dazu getrieben hat, und wir natürlich diesen Beruf nicht ergriffen haben, um unser Leben zu finanzieren! Nein, wir tun das aus Überzeugung und Spaß am Beruf und wir dürfen dankbar sein, dass u5nsere Arbeitgeber doch so großzügig zu uns sind, uns dafür zu entlohnen!

23. November 2010 21:19 # 9
Registriert seit: 28.01.2010
Beiträge: 107

Hallo Jay,

das "Modell" kommt mir sehr bekannt vor....auch hier wird gesagt man könnte ja soooo viel verdienen. Wobei die Betonung auf KÖNNTE liegt. Denn tatsächlich ist es doch so, dass pro Woche einige Behandlungen ausfallen, weil Patienten nicht erscheinen, krank sind o.ä. Und schwups hat man schon wieder einen geringeren Umsatz. Ich finde es ehrlich gesagt eine unverschämtheit das Risiko als Arbeitnehmer komplett selbst tragen zu müssen - gut wenn ich einen hohen prozentualen Anteil bekommen würde wäre es vielleicht o.k., aber den bekomme ich nicht. Da kann man dann lieber gleich freiberuflich arbeiten oder sich gar selbständig machen .- und so sieht meine Planung nun auch aus Ich mag so länger nicht arbeiten!
Ich würde es mir an Deiner Stelle wirklich genau anhören bzw. Verträge ansehen - ich war da leider ein wenig blauäugig...

Gruß, Vizsla

24. November 2010 11:44 # 10
Registriert seit: 14.12.2008
Beiträge: 6

Geändert am 24.11.2010 11:47:00
WOW das ist ja echt hart, wie sehr man aufpassen muss... Naja, ich werde dann mal weiter suchen, ich muss eben ein gutes Gefühl bei der Sache haben, denn wenn ich mit Menschen arbeite sollen die nicht auch meine Unzufriedenheit abbekommen und dir Vizsla drücke ich die Daumen für deinen Plan, immerhin hast du mir mit deiner Erfahrung helfen können. Vielen Dank an Euch alle

24. November 2010 21:13 # 11
Registriert seit: 16.06.2004
Beiträge: 7

Geändert am 24.11.2010 21:18:00
Ich würde gerne kurz etwas klären.
Man kann die Konzepte der leistungsorientierten Vergütung nicht alle sofort für schlecht und für den Arbeitnehmer als Benachteiligung darstellen, Punkt 1. Es kommt immer darauf an wie ein Konzept gestaltet ist 2. In meiner Praxis haben die Mitarbeiter bezahlte Organisationszeiten die sie bei spontanten und kurzfristigen Absagen in ihre "Ausfalllücken" eintragen können. Somit ergibt sich ein gewisser Spielraum. Zudem ist der Stundenlohn so hoch angesetzt, dass sich selbst bei mehreren Ausfällen ein übertariflicher Bruttolohn ergibt. In Ferien oder Urlaubszeiten werden Therapeuten vertreten.

Es ist allerdings so, dass ein hohes Mass an Fremd-, und Eigenorganisation verlangt wird um eine bestimmte Leistung zu erbringen. Damit ist gemeint, dass wenn Montags Pat. absagen, der Therapeut versucht dem Pat (ausgeschlossen bei Krankheit) für den rest der Woche einen Termin anzubieten. Wenn ich Therapeuten angestellt hatte die ein Festgehalt bezogen, die kamen auf solche Ideen gar nicht das die Arbeitswoche 5 Tage hat. Die haben sich in solchen Situatione ausgeruht und gemeint, ach ja mein Chef bezahlt mir den Ausfall schon. So viel dazu. Deshalb hab ich umgestellt.



Wenig Arbeit wurde noch nie gut bezahlt.

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