Hallo Isi42
Eine reine Sprachentwicklungsstörung sollte meiner Meinung nach von Logopäden behandelt werden. Es sei denn, du hast eine Zusatzqualifikation.
Meine Vorgehensweise ist folgende: Elterninterview zur Ermittlung von Stärken und Schwächen im Alltag, Entwicklungstest zur Einschätzung der allgemeinen Entwicklung. Reine SES: ich empfehle Logopädie und berate ggfs. die Eltern zu einem sprachfördernden Verhalten im Alltag. Zusätzliche Entwicklungsdefizite: dann behandele ich nach Rücksprache mit allen Beteiligten (Logopäden, Erziehern der KiTa oder Lehrern und den Eltern) ganz gezielt in den ermittelten Bereichen.
Zitat / Isi43 hat geschrieben:Sollte es hier in Richtung SI gehen, auch wenn die Kinder häufig wenig Probleme im Bereich der Motorik und Wahrnehmungsbereiche zeigen?
Nein, macht für mich keinen Sinn. Das klingt nach "Beschäftigungstherapie".

Zitat / Isi42 hat geschrieben:Oder sollte einfach alles angegangen werden, was sonst noch nicht altersentsprechend entwickelt ist (z.B Selbstbewusstsein oder Aufmerksamkeit), um damit die Voraussetzungen für eine bessere sprachliche Entwicklung zu festigen?
Ebenfalls nein: "einfach alles" ist selten eine gute Lösung, Schwerpunkte setzen ist m. E. das Wichtigste. Oft ist eine Therapie ausreichend, zumindest, wenn eine gute Elternarbeit geleistet wird. "Viel hilft viel" ist schon lange keine Devise mehr ) hoffe ich.
Also schauen: gibt es Bereiche, die wichtig wären zu behandeln, um eine gute Voraussetzung für die Sprachentwicklung zu schaffen? Dann Prioritäten setzen. Und bloß nicht irgendwas behandeln, nur weil der Arzt das verordnet hat. Bei uns war noch kein Kinderarzt böse, wenn wir zunächst an die Logo verwiesen haben mit der Option, dass sich die Familie gerne wieder zu melden kann, wenn sich weitere Teilhabeziele zeigen sollten.
Das ist zumindest unsere Vorgehensweise. Ich hoffe, damit weitergeholfen zu haben.
Schönen Sonntag noch,
xxu