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Sprachentwicklungsstörung?

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29. Februar 2020 18:29 # 1
Registriert seit: 22.02.2019
Bundesland: Bremen
Beiträge: 9

Liebes Forum,

ich habe vor kurzem in einer Ergo-Praxis angefangen.
In meiner Arbeit in der Pädiatrie begegnen mir immer wieder Kinder, deren Diagnose eine Sprachentwicklungsstörung ist.

Als Berufsanfänger bin ich mir noch nicht immer sicher, wie ich an dieses Problem aus ergotherapeutischer Sicht herangehen soll. Mir ist klar, dass man das nicht verallgemeinern kann, da jedes Kind unterschiedlich ist, aber mir geht es um die grobe "Richtung".
Sollte es hier in Richtung SI gehen, auch wenn die Kinder häufig wenig Probleme im Bereich der Motorik und Wahrnehmungsbereiche zeigen?
Oder sollte einfach alles angegangen werden, was sonst noch nicht altersentsprechend entwickelt ist (z.B Selbstbewusstsein oder Aufmerksamkeit), um damit die Voraussetzungen für eine bessere sprachliche Entwicklung zu festigen?
Das direkte Ansetzen an der Sprache ist ja eher ein Fall für Logopäden, oder?

Ich würde mich über Erfahrungsberichte, Ratschläge für Weiterbildungen oder Buchempfehlungen freuen

Liebe Grüße!

1. März 2020 14:42 # 2
Registriert seit: 12.09.2002
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 282

Hallo Isi42

Eine reine Sprachentwicklungsstörung sollte meiner Meinung nach von Logopäden behandelt werden. Es sei denn, du hast eine Zusatzqualifikation.

Meine Vorgehensweise ist folgende: Elterninterview zur Ermittlung von Stärken und Schwächen im Alltag, Entwicklungstest zur Einschätzung der allgemeinen Entwicklung. Reine SES: ich empfehle Logopädie und berate ggfs. die Eltern zu einem sprachfördernden Verhalten im Alltag. Zusätzliche Entwicklungsdefizite: dann behandele ich nach Rücksprache mit allen Beteiligten (Logopäden, Erziehern der KiTa oder Lehrern und den Eltern) ganz gezielt in den ermittelten Bereichen.

Zitat / Isi43 hat geschrieben:
Sollte es hier in Richtung SI gehen, auch wenn die Kinder häufig wenig Probleme im Bereich der Motorik und Wahrnehmungsbereiche zeigen?
Nein, macht für mich keinen Sinn. Das klingt nach "Beschäftigungstherapie". ::wink::
Zitat / Isi42 hat geschrieben:
Oder sollte einfach alles angegangen werden, was sonst noch nicht altersentsprechend entwickelt ist (z.B Selbstbewusstsein oder Aufmerksamkeit), um damit die Voraussetzungen für eine bessere sprachliche Entwicklung zu festigen?
Ebenfalls nein: "einfach alles" ist selten eine gute Lösung, Schwerpunkte setzen ist m. E. das Wichtigste. Oft ist eine Therapie ausreichend, zumindest, wenn eine gute Elternarbeit geleistet wird. "Viel hilft viel" ist schon lange keine Devise mehr ) hoffe ich.

Also schauen: gibt es Bereiche, die wichtig wären zu behandeln, um eine gute Voraussetzung für die Sprachentwicklung zu schaffen? Dann Prioritäten setzen. Und bloß nicht irgendwas behandeln, nur weil der Arzt das verordnet hat. Bei uns war noch kein Kinderarzt böse, wenn wir zunächst an die Logo verwiesen haben mit der Option, dass sich die Familie gerne wieder zu melden kann, wenn sich weitere Teilhabeziele zeigen sollten.

Das ist zumindest unsere Vorgehensweise. Ich hoffe, damit weitergeholfen zu haben.

Schönen Sonntag noch,
xxu
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