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Leitlinie zur Rehabilitation bei Long-/Post-COVID aktualisiert

Internationale Erhebungen zeigen, dass etwa 6% (zwischen 2 und 13 %) der an COVID-19 erkrankten Personen 3 Monate nach COVID-19 noch gesundheitliche Probleme angeben. Wenn diese länger als vier Wochen nach der Erkrankung beobachtet werden, spricht man von „LongCOVID“, werden diese nach zwölf Wochen oder mehr beobachtet von „Post-COVID“. Die Rehabilitation von Post-COVID-Betroffenen ist individuell sehr unterschiedlich und bedarf einer spezifischen und fachlich differenzierten Vorgehensweise. Die S2k-Leitlinie SARS-CoV-2, COVID-19 und (Früh-)Rehabilitation – Living Guideline – gibt Orientierung.

Vierzehn Fachgesellschaften haben zusammen den aktuellen medizinisch-wissenschaftlichen Kenntnisstand berücksichtigt, um für die medizinische Rehabilitation von Long-COVID- und Post-COVID-Betroffenen spezifische Empfehlungen zu geben. Besonders wichtig dabei festzustellen ist, dass COVID-19 die Körperorgane wie Lunge, Herz, Gehirn, Nerven und Muskeln sowie das Immunsystem sehr unterschiedlich betreffen kann. Long-COVID- und Post-COVID sind daher lediglich Bezeichnungen für die Dauer von Gesundheitsfolgen nach COVID-19, aber nicht für die individuellen Krankheits- und Beeinträchtigungssituation. Long-COVID- und Post-COVID sind über Betroffene hinweg so vielgestaltig wie die Organe, die dabei betroffen sind. Manche haben mehr Atembeschwerden und Kurzatmigkeit, andere Herz- und Kreislaufbeschwerden, wieder andere Konzentrations- und Merkfähigkeitsstörungen, Schmerzen, Bewegungseinschränkungen oder psychische Symptome. Mit all diesen Symptomen kann eine körperlich, kognitiv oder psychisch reduzierte Belastbarkeit einhergehen mit erhöhter Erschöpfbarkeit („Fatigue“).

Wenn Beeinträchtigungen alltags- oder berufsrelevant sind und durch ambulante Therapie nicht ausreichend behandelbar sind, ist eine medizinische Rehabilitation sinnvoll und erforderlich. Je nach individuellem Schwerpunkt der Long-COVID- und Post-COVID-Symptomatik ist häufiger eine pneumologische, neurologische, kardiologische oder psychosomatische Rehabilitation indiziert.

In der medizinischen Rehabilitation kommen neben der spezifischen Diagnostik verschiedene individuell verordnete und an die individuelle Belastbarkeit angepasste Trainingstherapien zur Atmung, Motorik, oder Kognition bzw. Psychotherapie zum Ansatz sowie auch Schulungen zum Krankheitsbild und Hilfestellungen für die Alltagsbewältigung. Eine derart gezielt eingesetzte Bewegungstherapie und psychische Behandlung gibt vielen Betroffenen Kraft und die Fähigkeit zurück, ihren Alltag wieder besser bewältigen zu können, ohne eine Überforderung befürchten zu müssen. Dabei ist es auch wichtig, die individuelle Belastungstoleranz festzustellen und zu berücksichtigen; denn bei einem Teil der Betroffen mit ausgeprägter Belastungsintoleranz kann körperliches Training Symptome verstärken. Die Leitlinie gibt rund um den Themenkomplex „medizinische Rehabilitation“ bei Long-/PostCOVID fachliche Orientierung.

Da sich die Erkenntnisse aus der Forschung zu COVID-19 schnell entwickeln, ist das Besondere dieser Leitlinie, dass sie seit 2020 bereits zum dritten Mal aktualisiert herausgegeben wird. Sie wird daher als „lebende Leitlinie (Living Guideline)“ bezeichnet, die jeweils nach einem Jahr Gültigkeit wieder neu überarbeitet wird. Mitte November 2022 ist die aktualisierte Version der Leitlinie veröffentlicht worden und dient den Beteiligten im Gesundheitswesen und speziell der Rehabilitation als Orientierung:

S2k-Leitlinie SARS-CoV-2, COVID-19 und (Früh-) Rehabilitation - Living Guideline



Quelle: Deutsche Gesellschaft für Neurorehabilitation e.V. (DGNR)


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