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Diskussionsforum

Schienebau

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22. Oktober 2014 09:56 # 1
Registriert seit: 22.10.2014
Beiträge: 4

Liebe Kollegen,
wir haben eine neue Praxis aufgemacht ::thumbup::
Nun kommen die Handchirugen auf uns zu und wünschen sich, dass wir Schienebau anbieten.
Wir haben uns zwar mit den Thema beschäftigt (auch die Zusatzausbildung zur Handtherapeutin) und wissen wieviel die Kasse für eine Schiene zahlt etc...
...dennoch sind wir uns weiterhin nicht sicher ob sich die Investition lohnt. Alleine das Wasserbad kostet mittlerweile 1400 Euro. Der Bedarf seitens der Handchirugen besteht auf jeden Fall!
Wie sind eure Erfahrungswerte?Lohnt sich diese Investition langfristig?
Vielen Dank im Voraus

22. Oktober 2014 10:35 # 2
Registriert seit: 18.10.2012
Beiträge: 1492

Es kommt drauf an wie viele Patienten du damit den versorgst. Wenn es nur ein bis zwei Patienten sind im Quartal dann sicher nicht. Aber wenn es sich heraus kristallisieren soll, dass es mehre Patienten sind dann schon. Du kannst auch mit Castverbänden arbeiten und daraus die Schiene bauen. Vorteil es ist günstig. Nachteil, du brauchst lange und kannst keine Korrekturen verrichten. Wenn der Bedarf sehr hoch ist würde ich mir schon so was zu legen. Das kann keiner dir so direkt sagen, da der Bedarf Schienen zu bauen recht unterschiedlich ist. Du wirst Praxen finden, die haben einen sehr geringen Bedarf, an Schienenversorgung wo es sich nicht rechnen würde und welche mit einem sehr hohen Bedarf. Wie viel Patienten habt ihr den so in einem Quartal? Wie teuer sind den eure Schienen im Schnitt? Wenn ihr die Materialkosten abzieht wie hoch ist eurer Gewinn? und bekommt ihr oder wann rechnet ihr damit, dass ihr die 1400€ wieder erwirtschaftet habt?
Wenn ihr das alles ausgerechnet habt, dann könnt ihr auch wissen, ob es sich für euch lohnt.
Wer kämpft kann verlieren. Wer nicht kämpft hat schon verloren.
22. Oktober 2014 12:05 # 3
falladar
falladar
Ehemaliges Mitglied
Beiträge: 1375

... die Erfahrung müßt ihr leider selber machen und die dazu notwendigen Daten selber erheben. Das hättet ihr aber auch schon in der Gründungsphase mit erledigen können und müssen.

Wie gut und erfahren seid ihr in diesem Bereich? Redet mit den Ärzten welchen Bedarf sie selber sehen und welche Art Schienen sie verordnen möchten. Für euch müßt ihr wissen, gehört die Handtherapie überhaupt zu eurem Therapieschwerpunkt? Kann auch der Inhaber Schienenbau anbieten oder seid ihr von den MA abhängig? Sind diese weg, was dann? Der große Gewinnbringer ist der Schienenbau eh nicht, eher ein Alleinstellungsmerkmal. Wer hat die Schienen für die Ärzte bisher gebaut und warum mach er es nicht mehr, bzw. warum wollen die Ärzte nicht weiter mit ihnen zusammenarbeiten? Wer bietet im Umkreis noch Schienenbau an (z.B. FM/Ergo/Physio/Sanitätshäuser)?

MfG falladar
22. Oktober 2014 17:11 # 4
Registriert seit: 20.12.2011
Beiträge: 125

Hallo Jasue,

zum Thema Wasserbad: Du könntest auch eins aus der Gastronomie nehmen (mit entsprechender ce-Kennzeichnung), hat den gleichen Effekt, es fehlt meist nur die Temperaturanzeige. Aber das kann man einmal nachmessen (Bratenthermometer) und sich die Einstellung markieren.
Natürlich hat man erst mal (relativ hohe) Anschaffungskosten, aber wenn du dadurch deutlich mehr Patienten bekommst, ist es sicher kein Verlust. Alle Verbrauchsmaterialien rechnest du dann eh über die Schiene ab und den Rest über die Steuer.

Viele Grüße,
Conny
www.handakademie.de
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www.instagram.com/hand_therapy/
25. Oktober 2014 08:24 # 5
Registriert seit: 26.08.2007
Beiträge: 309

Hallo Jasue,

herzlichen Glückwunsch zur neuen Praxis!

Schienenbau sehe ich kritisch, wenn man nicht schon mit erheblicher Erfahrung beginnt. (aus der Klinik oder einer Praxis, die viele Schienen baut).
Viele Schienen bekommt man nur relativ selten, die müssen aber trotzdem sitzen. Das erfordert ein hohes Maß an Erfahrung und ständige Übung.
Wir sind eine große Praxis mit 8 MA und eine Praxis die zu 70% auf Handtherapie fußt. Das bedeutet in unserem Fall:
Daumenhülsen z.B. sind recht häufig bei uns, ca. alle 1 -2 Wo. eine. Kleinert od. ReverseK, ca. ein Mal pro zwei Monate. Stack´sche ca. 1 Mal pro Wo.
Vor einigen Tagen haben wir ein Kombination gebaut aus 60° EB-Block und Radialisfunktionsschiene.
Der Aufwand war enorm, eine MA ist erstmal 2 Std. unterwegs, um die passenden Materialien für das Gelenk und die Blockung zu besorgen. Dann zu Zweit gebaut. Hervorragend geworden, die Chirurgen haben gestaunt. Aber mehr als Renommee haben wir da jetzt nicht gewonnen, die gesamte Zeit kann ich ja unmöglich der Kasse in Rechnung stellen, insbesondere, da nach 14 Tg. die Blockung aufgehoben wird.
Wir haben uns ausprobiert und Erfahrung gesammelt, dafür war es gut.

Wirklich etwas verdienen kann man nur, wenn man routiniert ist und die Schienen ökonomisch und schnell bauen kann.
Ich selbst habe seit 1992 Erfahrung im Schienenbau, meine MA seit 12 Jahren. Da kommt eine enorme Routine zusammen.

Trotzdem ist jeder Sonderfall eben keine Routine und ist, wie oben beschrieben, eher für uns als Herausforderung und als Renommee zu sehen::smile::

Überlegt also gut, ob ihr die Übung mitbringt um aus dem Stegreif gute Scheinen zu bauen.
Weiterer Aspekt: Die Schienenverordnungen kommen häufig spontan, nicht selten müssen die Schienen mehr oder minder "sofort" gebaut werden (1 Tag Vorlauf od. sogar noch am selben Tag). Du musst also ziemlich viel Material vorrätig haben (Ausleger usw.), was auch recht teurer ist. Wie man oben sieht, haben wir keine EB-Gelenkführung (ca. 300€) vorrätig, Lieferzeit war 2 Wo.. Also ab in den Baumarkt und sich selbst was einfallen lassen.
Wir haben pro Wo. 2 Std. (bei wechselnden MA) zum Schienenbau in Reserve. Wird die Zeit nicht genutzt, ist das blöd.

Manchmal kommen pro Woche drei Schienen, die 2 Stunden reichen hinten und vorne nicht. Wer macht´s? Welche Patienten sagen wir dafür ab?
Also du siehst, lukrativ ist was anderes. Lukrativ ist das Alleinstellungsmerkmal und der Ruf, auch wirklich schwierige Anforderungen praktisch sofort und in guter Qualität ohne viel Nachfragen und hin und her zu erledigen.

Absolut positiv an der "Hand"-Arbeit ist die enge Zusammenarbeit mit den Chirurgen, die wirklich zu schätzen wissen, was wir machen. Das sorgt für hohe Motivation und Selbstwertgefühl bei den MA (und mir).

Lieben Gruß und alles Gute für euch!

kaenguru




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