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Bezahlung nach Einheiten und nicht nach Stunden

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16. November 2023 08:12 # 1
Registriert seit: 16.11.2023
Beiträge: 7

Hallo zusammen ich habe eine Frage, da ich etwas sehr ungewöhnliches für mich zumindest ungewöhnliches gehört habe. Ich komme gerade frisch aus der Ausbildung und habe nur Erfahrung aus meinen Praktika Damals war ich auch in einer Ergopraxis. Dort wurde man nach Stunden bezahlt. Nun habe ich mich beworben und die Chefin meinte, bei einer Arbeitszeit von 25 Stunden müsste man 30 Einheiten pro Woche Ergotherapie durchführen. Sagt ein Patient ab war das bei der Praxis, die ich kannte definitiv immer Arbeitszeit dafür kann der Arbeitnehmer ja nichts das ist eben das unternehmerische Risiko Wieso sollte der Arbeitnehmer dafür verantwortlich gemacht werden? Sie sagte, man könne dann, wenn man was für die Praxis getan hat sich die Einheit einfach abhaken oder man soll halt eben Pause machen oder einkaufen gehen. Das klingt für mich irgendwie nicht ganz rechtens. Solange ich da bin und meine Arbeitskraft auch anbiete. Zählt das ja wohl auch als Arbeitszeit da kann doch der Arbeitnehmer nichts dafür wenn der Arbeitgeber keine Arbeit hat, Oder ein Patient absagt. Kann mir hier zu jemand etwas sagen. Ich habe von so einem Modell noch nie gehört und irgendwie läuten da bei mir die Alarmglocken…. Lieben Dank im Voraus für eure Hilfe.
16. November 2023 08:23 # 2
Registriert seit: 04.08.2002
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 1267

Hallo, das ist, aus meiner Sicht, eine ganz fiese Masche.
Es heißt nicht umsonst "Arbeitgeber". Es ist sein Job dir Arbeit zu geben, ist er dazu nicht in der Lage, ist es sein Problem.
Eine mögliche Ausnahme wäre für mich eine exorbitant gute Vergütung und eine gewährleistete Mindest Anzahl an Einheiten. Das erscheint mir in der Realität aber utopisch.
Zurzeit sollte es kein großes Problem sein eine Stelle zu finden.

Viel Erfolg und lass dich nicht vera.....
Signaturen lesen ist Zeitverschwendung!
16. November 2023 19:48 # 3
Registriert seit: 03.01.2011
Beiträge: 412

Geändert am 16.11.2023 19:50:00
Ich verstehe es eigentlich so: es sagt ein Patient ab, man kann etwas für sie Praxis machn, wie z.b. Berichte schreiben, aufräumen oder eben irgendwas von den Dingen die immer liegen bleiben, dann wird man auch bezahlt und hakt es als erbrachte Einheit ab. Man kann aber auch frei entscheiden früher zu gehen oder in der Zeit einzukaufen, weil man es eh machen muss, dann ist es eben als Pause zu verbuchen. Klingt aber ja erstmal als freiwillige Nutzung als Pause.
So machen wir das bei uns in der Praxis auch. Arbeit ist ja eigentlich immer da und wenn man sich hinstellt und mal gründlich alle Therapie Mittel desinfiziert oder so. Also ne Zwangspause muss da keiner machen.
Wir haben eh immer n Festgehalt, die Stunden gehen eh nur auf das Stundenkonto.

Ich persönlich versteh nur immer nicht warum gesagt wird man muss so und so viele Einheiten leisten. Einheit ist ja nicht gleich Einheit. Wenn ich 30 Mofu Einheiten mache, dann bin ich in 25 Stunden nur 15 am Patienten und hab ne menge Zeit für Nebentätigkeiten. Mache ich 25 Senso Einheiten sind es schon 22,5. Hausbesuche kosten noch mehr Zeit. Verstehe immer nicht warum das so gerechnet wird. Es geht doch eigentlich darum, daß man eben eine gewisse Zeit am Patienten hat und eine Zeit für Nebentätigkeiten. Wäre aber doch sinniger diese mit % anzugeben so wäre es egal welche Art von Einheit es ist und es bliebe fair. Sonst kann ja einer im Team dauernd die ganzen kurzen Einheiten raus picken und die anderen hetzen sich ab, weil sie wegen zu wenig Zeit, die Nebentätigkeiten nicht schaffen.
16. November 2023 20:55 # 4
Registriert seit: 16.11.2023
Beiträge: 7

Hallo zusammen und vielen Dank für die schnellen Rückmeldungen! Ich bin auch nicht begeistert von dem Modell ehrlich gesagt. Ich kenne es aus einer anderen Praxis ganz normal die Arbeitszeit fängt an, wenn man kommt, endet wenn man geht und 10 % der normalen Wochenstunden kann man sich fest als Bürozeit einplanen. Das ist doch auch eigentlich das unternehmerische Risiko, wenn mal etwas ausfällt oder sonst was? Ich möchte gar keine Pausen zwischendrin machen, dann wäre ich lieber früher zu Hause. Pausen zwischendrin schön und gut aber ich brauche das eigentlich nicht....
Das kann doch so nicht erlaubt sein oder ?!
Finde das zumindest sehr merkwürdig... danke für eure Erfahrungen.
17. November 2023 08:48 # 5
Registriert seit: 30.09.2021
Beiträge: 481

Zitat / Lma hat geschrieben:
Hallo zusammen und vielen Dank für die schnellen Rückmeldungen! Ich bin auch nicht begeistert von dem Modell ehrlich gesagt. Ich kenne es aus einer anderen Praxis ganz normal die Arbeitszeit fängt an, wenn man kommt, endet wenn man geht und 10 % der normalen Wochenstunden kann man sich fest als Bürozeit einplanen. Das ist doch auch eigentlich das unternehmerische Risiko, wenn mal etwas ausfällt oder sonst was? Ich möchte gar keine Pausen zwischendrin machen, dann wäre ich lieber früher zu Hause. Pausen zwischendrin schön und gut aber ich brauche das eigentlich nicht....
Das kann doch so nicht erlaubt sein oder ?!
Finde das zumindest sehr merkwürdig... danke für eure Erfahrungen.
Warum willst du dann bei deinem aktuellen Arbeitgeber arbeiten und hast den Arbeitsvertrag unterschrieben? Du weißt doch für dich was du für Arbeitsbedingungen haben willst.

Das Thema Pausen solltest du ernster nehmen, da es dafür eindeutige gesetzliche Regeln gibt. Ab 6 Stunden Arbeitszeit werden mindestens 30 min Pause zusätzlich zur Arbeitszeit gesetzlich vorgeschrieben, egal ob du meinst, dass du Pausen eigentlich nicht brauchst und lieber eher Feierabend machen möchtest.

Wenn du Überstunden aufgebaut hast, dann darf der Arbeitgeber entscheiden ob und wann diese ausgezahlt oder abgebummelt werden. Als Arbeitnehmer kannst du zwar Wünsche äußern, hast dabei jedoch kein gesetzlich geregeltes Mitspracherecht.

Eine Arbeitszeit von 25 Stunden pro Woche entspricht einer reinen Arbeitszeit von 33 1/3 Therapieeinheiten á 45 min am Patienten (die Rechnungsgrundlage der meisten Praxen, andere Taktungen werden rechnerisch angeglichen, eine Fahrzeit wird meist mit 15 min gerechnet) incl. Fahrzeiten für Hausbesuche. 30 Therapieeinheiten (sind 22,5 Zeitstunden) werden vom Arbeitgeber verlangt. Das ergeben 2,5 Zeitstunden oder 3 1/3 Therapieeinheiten pro Woche für Büro und Organisation. Wenn diese Zeiten nicht fest im Wochenplan verplant werden, dann könnten diese Zeiten auch flexibel bei Ausfallzeiten eingesetzt werden. Ausfallzeiten bei kurzfristigen Absagen (<24 Std.) werden den Patienten als Ausfallrechnung in Rechnung gestellt. Somit erfolgt ein Umsatz, der diese Arbeitszeiten des Arbeitnehmers finanziert und keine Minusstunden rechtfertigt. Fristgerechte Absagen (>24 Std.) werden mit anderen Patienten gefüllt. Auch dadurch entsteht der notwendige Umsatz um den Arbeitnehmer bezahlen zu können. Alternativ kann vom Arbeitgeber der Abbau von Überstunden in diesen Zeiten angeordnet werden. Da diese Arbeitsleistung schon in der Vergangenheit erbracht wurde, kann es somit auch hier keine Minusstunden geben, auch wenn es sich für so manchen Arbeitnehmer so anfühlen könnte, wenn er den Überstundenabbau nicht aktiv mitgestalten kann.
"Lebe im Heute als wenn es kein Morgen geben würde. Wenn es doch ein Morgen gibt, um so besser für dich."
17. November 2023 19:32 # 6
Registriert seit: 12.11.2023
Beiträge: 18

Geändert am 17.11.2023 19:33:00
finde ich doof, weil du damit kein planbares Einkommen hast. Kenne das nicht so und ich würde den Arbeitsort wechseln. Es entsteht ein besseres Arbeitsklima, wenn man mit Kollegen auch mal eine Einheit quatschen kann und nicht ständig Aktion ist, kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Dafür lohnt sich es auch beim Gehalt etwas runterzugehen oder sich aus dem Praxisbusiness zu verabschieden. Nun muss man die örtlichen Bedienungen abwägen. In großen Städten gibts durchaus mehr Jobs als auf dem Land. Wichtig ist zu verstehen, dass sich die Rollen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer getauscht hat. Durch den Fachkräftemangel kannst du die Bedingungen stellen, den jeder Arbeitgeber muss abwägen zwischen etwas Geld verdienen oder nichts. Wenn man das verstanden hat, dann weiß man auch wie man verhandeln muss. Die Arbeitgeber tun gerne so, als hätten sie das Zepter in der Hand, aber das ist reine Illusion.

sagen wir eine psych-funk. Behandlung fällt aus, dann fehlt dir einfach 1h Lohn. Vergleicht man das mit weniger Lohn aber einem festen Stundenlohn, begreif ich schnell die Auswirkungen.
18. November 2023 12:43 # 7
Registriert seit: 03.01.2011
Beiträge: 412

Zitat / Lma hat geschrieben:
Hallo zusammen und vielen Dank für die schnellen Rückmeldungen! Ich bin auch nicht begeistert von dem Modell ehrlich gesagt. Ich kenne es aus einer anderen Praxis ganz normal die Arbeitszeit fängt an, wenn man kommt, endet wenn man geht und 10 % der normalen Wochenstunden kann man sich fest als Bürozeit einplanen. Das ist doch auch eigentlich das unternehmerische Risiko, wenn mal etwas ausfällt oder sonst was? Ich möchte gar keine Pausen zwischendrin machen, dann wäre ich lieber früher zu Hause. Pausen zwischendrin schön und gut aber ich brauche das eigentlich nicht....
Das kann doch so nicht erlaubt sein oder ?!
Finde das zumindest sehr merkwürdig... danke für eure Erfahrungen.


Aber es heißt doch "kann" eine Pause gemacht werden oder "kann" etwas anderes sinnvolles für die Praxis gemacht werden. Da ist doch dann die Wahl. Wenn du nicht einkaufen willst, dann machst du halt was für sie Praxis und die Einheit wird normal gezählt.

(Normale Pausen musst du schon aus gesetzlicher Sicht fest im Plan haben)
18. November 2023 13:11 # 8
Registriert seit: 16.11.2023
Beiträge: 7

Hallo zusammen, vielen Dank nochmals!
Ja genau, um gesetzliche Pausen ging es mir gar nicht. Das wurde falsch verstanden ich weiss, das ab 6 h eine gemacht werden muss á 30 Min.
Noch habe ich nicht angefangen in der Praxis.

Muss nur sagen das ich da echt hellhörig geworden bin. Wenn es dann nichts zu tun gibt, und alles geputzt ist usw… nachher wird das nicht anerkannt?! Ich sitze auch nicht faul herum oder sonst was, darum geht es mir gar nicht. Aber ich kenne das eben so gar nicht! Berichte usw müssen doch auch geschrieben werden und nehmen wir mal an es sagt keiner ab und alles ist durchgetaktet und man halt alle einheiten ab (wir für die einheiten ja bezahlt) benötigt aber nach oder Vorbereitungszeit was ist denn dann damit? Das fällt doch dann unter den Tisch?
18. November 2023 18:38 # 9
Registriert seit: 03.01.2011
Beiträge: 412

Also ich muss sagen, ich arbeite seit Jahren so (außer das es bei uns keine Vorgabe nach Einheiten gibt) und ich hatte noch nie das Problem das ich nichts zu tun habe und dann Pause machen musste, wenn ich das nicht wollte. Ich hab täglich ca 15-30 Minuten fest eingeplante Büro Zeit, wo ich die alltäglichen Vorbereitungen mache und bisschen Orga. Es ist bisher selten so gewesen das es nicht hinkam mit den Bericht in den ausfallenden Einheiten. Dann wurde das tatsächlich mal hinten dran gehängt werden (durch Praxis Programm auch möglich es von zu Hause zu machen) ist natürlich ne Überstunde. Ist in der Regel eine Sache der Organisation, das man ggf auch mal nach der 8. Oder 9. Einheit schon einen Bericht fertig macht.
Wir haben auch Festgehalt und Überstundenkonto. Also das Problem das mal weniger Geld ausgezahlt wird.

Letztendlich kann dir keiner sagen, wie sehr dir in der Praxis immer auf die Finger geschaut wird und dir 5 Minuten Privat Gespräch abgezogen werden. Würde ich zumindest nicht daran festmachen wie diese Regelung für dich klingt. Wenn du aber ein schlechtes Gefühl hast, dann such dir halt was anderes. Auswahl gibt's doch eigentlich genug
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