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LEGO-Bausteine in der Feinmotorik-Therapie – Erfahrungen?

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1. Februar 2026 15:54 # 1
Registriert seit: 01.02.2026
Beiträge: 4

Hallo zusammen,
mich würde interessieren, ob hier jemand LEGO-Bausteine gezielt in der Feinmotorik-Therapie einsetzt – speziell bei Erwachsenen mit neurologischen Einschränkungen (Schlaganfall, MS, Parkinson etc.).

Ich habe ein LEGO-basiertes Lernspiel namens LEGOMINOS entwickelt – die Idee war eigentlich, Kindern spielerisch beim Buchstabenlernen zu helfen. Durch Zufall bin ich dann auf Artikel gestossen, die LEGO-Bausteine im Kontext von Ergotherapie und Feinmotorik erwähnen. Das hat mich neugierig gemacht, ob mein Konzept auch in diesem Bereich Sinn machen könnte.
Das Projekt steht aktuell auf LEGO Ideas:
https://beta.ideas.lego.com/product-ideas/6f33e6b5-d1ad-4edc-9fb8-b84d469d3e75

Ich bin kein Therapeut, aber je mehr ich über Artikel zum Thema Ergotherapie und Feinmotorik lese, desto mehr denke ich, dass die Idee vielseitig einsetzbar sein könnte. Nicht jeder ist kreativ – manche möchten vielleicht einfach nur einen Text legen, ein Wort bilden, oder einfach nur mit den Bausteinen spielen. Der Zugang kann ganz unterschiedlich sein.
Mich interessiert eure fachliche Einschätzung:

Setzt ihr LEGO oder ähnliche Bausteine bereits therapeutisch ein?
Seht ihr Potenzial für so ein Konzept in der Praxis?

Freue mich über ehrliches Feedback!
Viele Grüsse
Martin
5. Februar 2026 20:39 # 2
Registriert seit: 30.07.2001
Bundesland: Baden-Württemberg
Beiträge: 156

Hallo,
um auf Deine Frage zu antworten: nein, wir setzen Lego nicht ein.
Ob es therapeutisch wirklich Sinn macht kann ich nicht beurteilen.
Vlt. liegt es auch daran, dass ich zu Lego keinen Bezug habe - und es mich als Kind nicht wirklich angesprochen hat.
Ich weiß, dass es mittlerweile einen Hype, auch und v.a. unter Erwachsenen gibt.
VG !
3~°
5. Februar 2026 20:53 # 3
Registriert seit: 01.02.2026
Beiträge: 4

Hallo und danke für die ehrliche Rückmeldung!
Das kann ich gut nachvollziehen – wenn man selbst keinen Bezug zu etwas hat, setzt man es natürlich auch nicht ein. Bin gespannt, ob noch andere ihre Erfahrungen teilen.
VG!
6. Februar 2026 18:21 # 4
Registriert seit: 03.01.2011
Beiträge: 407

Geändert am 06.02.2026 18:25:00
In Bereich Kinder setzen wir vereinzelt mal Lego ein. Wir haben 2-3 Sets. Geht dann um das Bauen nach Anleitung, Konzentration und Feinmotorik. Mehr empfehle ich es dann aber auch für zu Hause sich mal gezielt mit Kindern hin zu setzen Lego zu bauen. Gerade wenn es um das Bauen nach Anleitung geht (genau hinschauen, Schritt für Schritt erarbeiten usw) können sich die Eltern da genauso mit den Kindern hinsetzen und sie unterstützen, sollte es nötig sein. Daher nutze ich es nicht wahnsinnig oft, eher um auch mal zu sehen, wie sie es hinbekommen.

Erwachsene weiß ich das es auch schon mal eingesetzt wurde bei uns in der Praxis. Aber auch eher sehr vereinzelt. Auch würde ich sagen, wenn ein Patient das anspricht (man muss halt schauen, nicht jeder 80 jährige ist da so offen, das ein Kinderspielzeug ein gutes Übungsmittel wäre) kann er ganz frei zu Hause mit Lego bauen als Übung
7. Februar 2026 07:06 # 5
Registriert seit: 28.12.2003
Beiträge: 3

Hallo Ma-Wi,

ich arbeite in der Akutneurologie und hatte tatsächlich die selbe Idee in den letzten Wochen, allerdings mit Lego Duplo. Vorteile sind die Desinfizierbarkeit, mögliche Farbzuordnung, Anregung der Hand-Hand-Koordination und Auge- Handkoordination, Steigerung der Aufmerksamkeit, Förderung des räumlich- visuellen Sehens. Unterschiedlich große Steine foerdern das mathematische Denken. Wenn Buchstaben zusätzlich abgebildet sind, dann kann man Kommunikation auch mit berücksichtigen in der Behandlung, das Lesen und Sprachverständnis testen. Durch die Farbigkeit entsteht ein hoher Aufforderungscharakter des Materials. Die kleinen Steine sind allerdings etwas für Fortgeschrittene bzw. jüngere Patienten. In der Neurologie sind die meisten ja doch betagter.

Beste Grüße
8. Februar 2026 20:40 # 6
Registriert seit: 01.02.2026
Beiträge: 4

Hallo Mietzi,
vielen Dank für die Einblicke aus der Praxis – das hilft mir sehr!
Der Punkt mit den Erwachsenen ist interessant. Genau das habe ich auch bei meiner Recherche gemerkt: Nicht jeder 80-Jährige möchte mit etwas arbeiten, das nach "Kinderspielzeug" aussieht.
Deshalb finde ich Ansätze spannend, die LEGO etwas "erwachsener" wirken lassen – z.B. durch einen konkreten Zweck wie Wörter legen oder eine Botschaft gestalten. Vielleicht senkt das die Hemmschwelle?
Danke nochmals für die ehrliche Rückmeldung!
VG
8. Februar 2026 20:51 # 7
Registriert seit: 01.02.2026
Beiträge: 4

Hallo Sturm
Vielen Dank für diese ausführliche Rückmeldung!
Das freut mich sehr zu hören – besonders, dass Sie die gleiche Idee hatten. Ihre Auflistung der Vorteile ist wirklich hilfreich und bestätigt vieles, was ich bei meiner Recherche gefunden habe.
Den Punkt mit den Buchstaben finde ich besonders spannend. Genau das war mein Ansatz bei LEGOMINOS: LEGO-Steine mit Buchstaben, sodass man Wörter und Botschaften legen kann. Also Feinmotorik und Kommunikation/Sprache in einem.
An Duplo habe ich anfangs auch gedacht – die grösseren Buchstaben wären gerade für Patienten mit eingeschränktem Sehvermögen ein Vorteil. Ich habe mich aber bewusst für LEGO entschieden, weil es bei Erwachsenen deutlich beliebter ist.
Übrigens: Meine ursprüngliche Idee war, die Buchstaben in den Stein einzugravieren, sodass man sie auch ertasten könnte. Ideal wäre eine erhabene Prägung nach aussen, aber dann müsste der gesamte Stein kleiner werden, um kompatibel zu bleiben. Das wurde von LEGO leider abgelehnt – schade, denn gerade für Menschen mit Sehbehinderung wäre das ein interessanter Ansatz gewesen.
Falls es Sie interessiert, kann ich Ihnen gerne den Link zur Idee schicken.

Nochmals danke für den fachlichen Input!
Freundliche Grüsse
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