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Multiple Sklerose: Symptome und deren Therapieformen

Die Erkrankung Multiple Sklerose (MS) zeigt sich durch eine komplexe Vielfalt von Symptomen. Das MS-Register der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) stellt eine wertvolle Quelle dar, um Einblicke in die verschiedenen Facetten der MS-Symptomatik und deren therapeutischen Versorgung zu gewinnen. Von motorischen Beeinträchtigungen über sensorische Störungen bis hin zu depressiven Erkrankungen bildet das Register die aktuelle Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) zur individuellen Symptomatik ab. Eine aktuelle Analyse des MS-Registers hat sich mit der Häufigkeit und zeitliche Entwicklung der MS-Symptome sowie deren Therapie befasst.

Symptome der Multiplen Sklerose

Neun neue Symptome erfasst

Die Erfassung der Symptome in der Forschungsdatenbank des Registers wurde nach Erscheinen der neuen MS-Leitlinie überarbeitet, wodurch nun eine größere Anzahl an Symptomen von den beteiligten Zentren dokumentiert werden.

Folgende Symptome der MS werden seit Juli 2022 mit erfasst:

  • Gleichgewichtsstörungen
  • Feinmotorikstörungen
  • Parästhesien
  • Restless-Legs-Syndrom
  • Schlafstörungen
  • Sensibilitätsstörungen
  • Sonstige vegetative Störungen
  • Uhthoff-Phänomen
  • Visusstörungen

Hiervon gehören Gleichgewichts-, Feinmotorik- und Sensibilitätsstörungen zu den häufigsten. Sie treten jeweils bei mehr als einem Viertel der Betroffenen auf.

Vergleich der MS-Symptomatik vor und nach der Überarbeitung in der Forschungsdatenbank

In einer aktuellen Analyse wurde nun ein Vergleich der prozentualen Häufigkeiten der MS-Symptome sowie deren Therapien zwischen dem Zeitpunkt der letzten Konsultation nach Juli 2022 (N=13.394) und dem Zeitpunkt vor der Aktualisierung der Symptomatik (N=32.072) durchgeführt.

Vergleich der MS-Symptomatik vor und nach der Überarbeitung in der Forschungsdatenbank des MS-Registers

Genereller Anstieg (nicht-)medikamentöser Behandlungen bei allen Symptomen

Zu den am häufigsten unbehandelten Symptomen gehören okulomotorische Störungen (79,7%), sexuelle Störungen (73,6%), Dysarthrie/Dysphonie (67,5%) und Dysphagie (65,5%). Ein Vergleich der Therapiearten zwischen den Zeiträumen zeigt, dass Fatigue insgesamt vergleichsweise häufiger behandelt wird als noch vor Juli 2022 (41,2% zu 32,0%). Dieser Anstieg könnte im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie stehen. Aufgrund der zunehmenden Prävalenz von Fatigue als Langzeitfolge von COVID-19 werden nun neue Ansätze zur Behandlung dieser Erschöpfungssymptomatik erforscht. Generell ist die Häufigkeit der (nicht-)medikamentösen Behandlung bei allen Symptomen gestiegen. Der prozentuale Anteil einiger Symptome wie Mobilitätseinschränkungen / Paresen, okulomotorische Störungen und Schmerzen haben nach der Anpassung der Erfassung der Symptome nach der MS-Leitlinie vergleichsweise abgenommen.

Unterkategorisierung der Symptome Blasenfunktions- und Bewegungsstörungen

Neben der Erfassung neuer Symptome erfolgte auch eine differenzierte Untergliederung sowohl der Blasenfunktions- als auch der Bewegungsstörungen in zusätzliche Unterkategorien. Der größte Anteil der Blasenfunktionsstörungen entfällt auf den imperativen Harndrang. Von den MS-Erkrankten, bei denen eine Blasenfunktionsstörung dokumentiert wurde, weisen insgesamt 15,9% mindestens zwei verschiedene Formen der Funktionsstörung auf.

Hinsichtlich der Bewegungsstörungen sind 12,6 % der Betroffenen von mindestens zwei Formen der Bewegungsstörung betroffen. Dabei stellt die Ataxie mit einem Anteil von 21,6% das am häufigsten auftretende Symptom dar.

Prozentuale Häufigkeiten der Unterkategorien der Symptome Blasenfunktions- und Bewegungsstörungen

Durch die Erfassung neuer Symptome entsteht ein umfassenderes Verständnis für die Vielfalt der Symptome bei MS und deren Versorgungssituation in Deutschland. Dies trägt dazu bei, auch die „unsichtbaren“ Facetten der Krankheit besser zu charakterisieren und mögliche Zusammenhänge zwischen verschiedenen Symptomen zu identifizieren. Darüber hinaus lassen sich spezielle Forschungsfragen mit den Symptomen als Endpunkt oder als Einflussfaktor beantworten und Langzeit-Trends hinsichtlich der Symptomatik und deren Therapie untersuchen.

Weitere Informationen zum MS-Register unter: www.msregister.de



Quelle: Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V. (DMSG)


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