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Westfalen-Lippe bannt Regressgefahr

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14. Dezember 2011 19:32 # 1
Registriert seit: 06.12.2006
Beiträge: 3149

Hier der Artikel aus der Ärztezeitung Link

Grüße von

Maria2

14. Dezember 2011 21:16 # 2
Registriert seit: 26.01.2003
Beiträge: 86

Vielen Dank für die Info Maria2!!

15. Dezember 2011 13:47 # 3
Registriert seit: 05.04.2005
Beiträge: 946

Heilmittelregresse dürften bei dem niedrigen Verordnungsvolumen in WeLi ohnehin eher die Ausnahme gewesen sein.

Die Beweislastumkehr ist grundsätzlich eine feine Sache. Wenn das dabei angestrebte "Beratungspotential" dann aber so ausgeschöpft wird, wie es die AOK in BaWü tut, könnte das für die Patienten zum Problem werden: da wird z.B. für multimorbide und entsprechend gehandicapte Menschen, die KG-Übungsbehandlung inklusive Frequenzabsenkung empfohlen - ist halt deutlich "wirtschaftlicher".



Für jedes Problem gibt es eine Lösung, die einfach, sauber und falsch ist. (Henry L. Mencken)
15. Dezember 2011 14:27 # 4
Registriert seit: 06.12.2006
Beiträge: 3149

Naja, ihr dürft nicht vergessen, dass die ersten Prüfungen und Regresse in WL 2003 begannen. Wir sind schon lange in diesem Boot. Ich habe schon damals gesagt, dass WL einmal die Messlatte für die anderen KV'en sein wird.

Warum ist es in WL wohl so "wirtschaftlich"??? Frequenz???, da kann ich nur lachen.
Ein Mensch mit einem Apoplex bekommt meistens 1 mal pro Woche Ergo und in Ausnahme 2 mal pro Woche. HLT immer nur 1 mal pro Woche. Auch ja und es muss ja sparsam sein und es wird meistens motorisch funktionell verordnet.

Wenn ich die Berichte aus anderen Bundesländern lese, dann kann ich nur staunen. Ihr kommt jetzt langsam da hin, wo wir schon lange sind.

Grüße von

Maria2

15. Dezember 2011 16:20 # 5
Registriert seit: 05.04.2005
Beiträge: 946

Geändert am 15.12.2011 16:59:00
Hallo Maria,

ich denke, wir sollten aufpassen, dass wir uns vom Prinzip "divide et impera" nicht entsolidarisieren lassen. So von wegen "uns geht´s ja noch viel schlechter, was meckern denn die Kollegen da unten". Was bei Euch in WL seit Jahren abläuft (bzw. was eben NICHT abläuft) ist katastrophal - aber eben nur ein Teil der Strategie. Die nicht angeglichenen "Ost-Tarife" ein anderer. Nicht praktikable oder sogar sinnbefreite Praxisbesonderheiten ein Dritter...

Wir werden wohl in jeder Region einen Strategieteil von "Teile und Herrsche" finden.

Nachtrag:
In Bawü werden in schöner Regel (beinahe) alle Ärzte mit Regressandrohungen beglückt. Und wenn dann ganze 16 Ärzte landesweit einen Heilmittelregress bekommen (2008), haben 20.000 Ärzte Angst.....

Für jedes Problem gibt es eine Lösung, die einfach, sauber und falsch ist. (Henry L. Mencken)
15. Dezember 2011 18:13 # 6
Registriert seit: 02.06.2005
Beiträge: 3212

Geändert am 15.12.2011 18:16:00
Hallo liebe KollegInnen,

diese Problematik ist zum Teil auch hausgemacht.

Ich erinnere nur an die Einführung der HMR im Jahr 2001. Was gab es damals für einen Aufschrei! Nur die wenigsten haben das genutzt, was uns die HMR auch an Struktur gaben.

Wer hier im Forum liest, der findet allenthalben Hinweise darauf, was da so alles angeboten wird. Von Therapie im Sinne des SGB V weit entfernt.

Damit graben wir uns argumentativ selbst das Wasser ab. Wenn korrekt verordnet und behandelt wird, muß niemand in einen Regress.

Korrekt heißt in diesem Fall eine Behandlung, die den Vorgaben des Wirtschaftlichkeitsgebotes entspricht.

"Notwendig" = Indikation ergibt sich aus Funktionsdefiziten, die zu einer teilhaberelevanten Beeinträchtigung der Aktivitäten führt

"Zweckmässig" = die ergotherapeutische Intervention führt zu einer teilhaberelevanten Verbesserung auf der Ebene der Aktivität. Den Grad an Verbesserung muß der Arzt regelmässig überprüfen können. Dazu braucht er konkret formulierte Ziele auf der Ebene der Aktivität und eine Angabe über spezifische Therapiemaßnahmen.

"Ausreichend" = um diesen Punkt müssen wir uns an sich wenig Gedanken machen. Wenn wir ergotherapeutische behandeln und nicht "Physiotherapie für den Arm" und "Nachhilfe auf Rezept" anbieten.

Wir Ergotherapeuten stellen uns als Berufsgruppe selbst ein Bein. Mich erinnert das an manche meiner kleinen Patienten, die sich angeblich ihre Schuhe nicht anziehen können, weil sie gelernt haben, dass "Mami" das sowieso macht. Nur später, wenn dann wirklich ein Problem auftritt und "Mami" gerade nicht da ist, dann fangen sie an zu heulen und bekommen Depressionen und rufen laut nach "Mami".

All die "Hasis" und "Mausis" die laut um "Hilfe" rufen hier im Forum, weil sie nicht mal in der Lage sind, ein einfaches therapeutisches Problem zu lösen.

Wie gerne würde ich diesen "Kleintierzoo" gegen eine schlagkräftige, professionelle Truppe austauschen.

Aber: wo sind die?

Ich glaube, wir stecken in dem ganzen Schlamassel schon recht tief drin. Und hätten viel früher anfangen müssen, was zu ändern. Schon vor langer Zeit. Aber so ist das. Menschen agieren von sich aus selten, wenn dann reagieren sie auf Schwierigkeiten.

Ich werde jedenfalls weiterhin nach Kooperationspartnern suchen, denen Therapie, Effizenz und Echtheit am Herzen liegt.

"Methoden-Anwendern" und "Übungsmäuschen" steht der Weg in weniger anspruchsvolle Berufe offen.

"Alle mitnehmen" - diese Parole ist nicht zukunftsweisend.

Grüße von

Oetken1
15. Dezember 2011 18:48 # 7
Registriert seit: 06.12.2006
Beiträge: 3149

Dies stimmt nicht ganz so. Es werden Richtgrößen vereinbart die eingehalten werden müssen. Aufgrund der großen Angst vor Regress, wurde z. B. in WL so schlecht verordnet, dass die Richtgrößen immer niedriger wurden. So wurde die Angst immer größer.

Liebe Oetken, in Berlin wird für Heilmittel je tausend Versicherte 42 623€ ausgegeben. In Westfalen Lippe sind es 25 526€. In Bayern 34 185€ und Baden Württemberg sind es noch 39 029€.

Die Entwicklung sieht so aus, dass durch Regresse in Bayern und bes. Baden Württemberg den Ärzten das Wasser bis zum Hals steht. Die Wirtschaftlichkeitsprüfung ist für einen Arzt ein enormer Verwaltungsakt.

Wir schreiben seit Jahren unsere Berichte so, dass die Ärzte diese für die Wirschaftlichkeitsprüfung nutzen können. Aber dies nimmt den Ärzten nicht die Sorge und ändert das Verordnungsverhalten nur bedingt.

Es wäre schön einfach zu sagen, die Effizienz der Behandlung in Westfalen Lippe ist so schlecht, dass die Ärzte nicht verordnen und dies weise ich ganz entschieden zurück.

Hier beginnt schon das divide et impera und da hat Gross recht, dies sollten wir nicht mit uns machen.
Dies war auch in meinem oberen Beitrag nicht gemeint, sondern ich wollte deutlich machen, wohin das führen kann und führen wird. Hier wird ein bürokratischer Ballon aufgeblasen und wenn der platzt, wird dies die Schwächsten treffen und dies sind die Patienten und wir. Nach der Effizienz fragt dann keiner.

Ich will die Effizienz nicht schmälern, sie ist und bleibt unsere Zukunft.







Grüße von

Maria2

15. Dezember 2011 19:14 # 8
Registriert seit: 02.06.2005
Beiträge: 3212

Zitat:

Dies stimmt nicht ganz so. Es werden Richtgrößen vereinbart die eingehalten werden müssen. Aufgrund der großen Angst vor Regress, wurde z. B. in WL so schlecht verordnet, dass die Richtgrößen immer niedriger wurden. So wurde die Angst immer größer.

Liebe Oetken, in Berlin wird für Heilmittel je tausend Versicherte 42 623€ ausgegeben. In Westfalen Lippe sind es 25 526€. In Bayern 34 185€ und Baden Württemberg sind es noch 39 029€.

Die Entwicklung sieht so aus, dass durch Regresse in Bayern und bes. Baden Württemberg den Ärzten das Wasser bis zum Hals steht. Die Wirtschaftlichkeitsprüfung ist für einen Arzt ein enormer Verwaltungsakt.

Wir schreiben seit Jahren unsere Berichte so, dass die Ärzte diese für die Wirschaftlichkeitsprüfung nutzen können. Aber dies nimmt den Ärzten nicht die Sorge und ändert das Verordnungsverhalten nur bedingt.

Es wäre schön einfach zu sagen, die Effizienz der Behandlung in Westfalen Lippe ist so schlecht, dass die Ärzte nicht verordnen und dies weise ich ganz entschieden zurück.

Hier beginnt schon das divide et impera und da hat Gross recht, dies sollten wir nicht mit uns machen.
Dies war auch in meinem oberen Beitrag nicht gemeint, sondern ich wollte deutlich machen, wohin das führen kann und führen wird. Hier wird ein bürokratischer Ballon aufgeblasen und wenn der platzt, wird dies die Schwächsten treffen und dies sind die Patienten und wir. Nach der Effizienz fragt dann keiner.

Ich will die Effizienz nicht schmälern, sie ist und bleibt unsere Zukunft.

Grüße von

Maria2




Hallo Maria2,

Das mit den Richtgrößen ist mir klar.

Trotzdem: wer drüber liegt und korrekt verordnet hat, der kann nicht reingezogen werden. Denn: es sind Individualbeträge und das Regressverfahren dient dazu, zu prüfen, wie es zu den Überschreitungen kam und ob es dafür bestimmte Gründe gibt. Respektive, ob der betreffende Arzt darlegen kann, warum er mehr als 25 Prozent über den Richtgrößen liegt. Denn erst dann wird er in den Regress gezogen. Vorher gibt es nur eine "Belehrung".

Die KVen setzen darauf, dass die Doku und die Behandlung nicht den Vorgaben des SGB V entspricht. Und das tut sie auch häufig nicht. Da ist der Hebel.

Die KVen haben folgende Taktik: erst beginnen sie mit Prüfungen und einschüchternden "Informationsbriefen" in Gegenden, die sie für strukturschwach einschätzen. Wenn ihre Taktik Erfolg hat, dann weiten sie sie auch auf strukturstärkere Gebiete aus.

Lange hat man Berlin mehr oder minder in Ruhe gelassen. U.a. wegen der Tatsache, dass hier die Bundeshauptstadt ist und man befürchtete, dass Information und Austausch leichter sein und besser klappen würde als in anderen Regionen. Das ist nur bedingt der Fall. Und auch hier wird in Stadteilen begonnen, die als "schwach" gelten. V.a. wo der Anteil an CDU- und FDP-Wählern unter den Ärzten gering ist.

Bis heute gehen doch die meisten Kollegen, - auch PIs- davon aus, dass sie "Defizite" behandeln und "Verbesserungen" erbringen sollen. Durch "Übungen" wie sie hier im Forum immer wieder aufgezählt werden.

Da die meisten Ärzte sich daran gewöhnt haben und viele auch an den Effekt von "Übungen" zu glauben scheinen, haben die KVen doch ein ganz leichtes Spiel.

Zudem haben sich "Nebensysteme" eingebürgert, die ebenfalls bedient werden wollen.

Frag mal die Physios deines Vertrauens wie es da so läuft....

Zu denken sollte auch geben, dass offenbar so viele Ärzte nicht von der Wesentlichkeit und Wirksamkeit der Ergotherapie überzeugt zu sein scheinen.

Wäre ich ehrlich gesagt auch nicht, bei dem, was mir so manche Patienten und Ärzte von dem berichten, was da so an ergotherapeutischen "Behandlungen" läuft. Nur eines scheint fast immer der Fall zu sein: Ergotherapeuten sind gemeinhin lieb und nett.

Und darüber sollten wir uns vermehrt Gedanken machen - reicht es "lieb" zu sein und Übungen zu machen, um eine Heilmittelausgabe zu rechtfertigen?

Können wir in Wirklichkeit nicht mehr? Wieso kriegen das so wenige mit?

Möchten "Hasenpups" und "Puschimausi" vielleicht gar nicht, dass jemand mitkriegt was sie tun, weil sie selbst nicht an den Wert ihrer Behandlungen glauben? Weil es bisher in ihrem Leben gereicht hat, zu lächeln und lieb zu sein ?

Die Kostenträger und deren ausführende Organe halten uns offenbar alle für doof und betrügerisch und das sind wir wohl auch. Ärzte wie Ergotherapeuten.

Oder ?


Grüße von


Oetken1
15. Dezember 2011 19:31 # 9
Registriert seit: 06.12.2006
Beiträge: 3149

Bei niedrigen Richtgrößen muss aber auch weniger verordnet werden. , da man schneller drüber kommt.

Das ist das Ziel der KK. In WL hat es funktioniert.

Natürlich hast du sonst absolut recht, jedoch hilft uns dies bei Regressandrohungen der Ärzte nicht wirklich weiter.

Später, wenn weiter gespart wird, so wie Gross schon geschrieben hat, dann bekommen die Therapeuten mehr Patienten, die zielorientiert arbeiten.

Grüße von

Maria2

15. Dezember 2011 21:14 # 10
Registriert seit: 02.06.2005
Beiträge: 3212

Zitat:


Natürlich hast du sonst absolut recht, jedoch hilft uns dies bei Regressandrohungen der Ärzte nicht wirklich weiter.



Hallo Maria2,

doch es hilft - allerdings erst verspätet, sozusagen prophylaktisch.

Denn Ärzte sind ja auch nur Menschen.

Ich habe hier in meinem Einzugsgebiet recht viele Ärzte schon vor Jahren darüber informiert, wie eine regresssichere Verordnung und Behandlung aussehen sollte.

Ein kleiner Teil hatte sofort Interesse daran, die meisten waren zwar durchaus aufgeschlossen, aber so richtig wesentlich war es für sie offenbar nicht. Das Thema hat da eher Unbehagen bei ihnen ausgelöst. So wie bei mir, wenn mein Steuerberater mir ankündigt, dass ich wohl im Folgejahr mehr Steuern zahlen müsse. Das verdränge ich ehrlich gesagt erstmal

Seit wir vermehrt im Südosten richtig böse Prüfungen haben, ist das anders geworden.

Jetzt ist vergleichsweise viel Interesse da.

Allerdings verlieren wir jedes Jahr mehr Niederlassungen. 2015 wird es hier ein Drittel Fachärzte weniger geben als im Jahr 2000. Wir haben aber schon keinen Psychiater mehr, nur noch 5 Kinderärzte, zwei Neurologen und zwei Augenärzte (der Bezirk hat 60 000 Einwohner, so viel wie Cottbus oder Neuss). Und unser Bezirk versorgt wegen seiner Randlage das Umland und angrenzende mit noch schlechteren Zahlen mit.

Das Alles hilft mir zwar für dieses Jahr nicht mehr, da gebe ich dir recht.

Aber nächstes Jahr wird es Wirkung haben, zumal wir zeitgleich hier einen dramatischen Schwund an Allgemeinärzten haben (Halbierung der Niederlassungen). Die KV und der Senat haben schon signalisiert, dass sie darüber nachdenken, wie sie die Ärzte zum Bleiben bzw. zur Niederlassung im Südosten Berlins motivieren können.

Die KBV gibt ja auch immer wieder solche Verlautbarungen heraus. Ich denke, es wird langfristig ein anderer Weg gewählt werden als der der Ausgabenüberprüfung.

Gegen inhaltliche Überprüfungen hätte ich sowieso nichts. Und es gibt auch immer wieder Veröffentlichungen in den Fachblättern dazu.

Schon allein der vielen "Schwarze-Schaf"-KollegInnen, die wir so haben. Ich sage nur "Igelballgymnastik" ,"Lerntherapie" und "kreative Abrechung".

Zumal sowas ja auch günstiger ist, wenn man "BAT" an den Arzt auszahlt.... Da haben beide was davon. Und die Patienten - die sind doch froh wenn sie ein wenig nett beschäftigt werden oder?

Grüße von


Oetken1
16. Dezember 2011 07:33 # 11
Registriert seit: 06.12.2006
Beiträge: 3149

Geändert am 16.12.2011 07:34:00
"Prophylaktisch" und auch langfristig hilft uns das weiter. Die fachliche Zusammenarbeit mit den Ärzten und dies in Augenhöhe und nicht "ich bin der kleine Therapeut", das hilft uns weiter.

Die KBV ist so ein Thema für sich. Sie schimpfen auf die Heilmittelrichtlinien und verstehen diese nicht. Dies geben sie auch noch zu und machen schon in ihren Veröffentlichungen innhaltliche Fehler. So können sie aber auch ihre Ärzte nicht richtig informieren.
Link
In einem Gespräch mit einer Krankenkasse und ich hatte 5 Gesprächspartner, hatte erst der "Oberste" die notwendige Information. Davor hieß es, sie wären für die Heilmittelrichtlinien nicht zuständig, ich müsste meinen Berufsverband fragen!???

Aber der Hammer war, dass mir dann mitgeteilt wurde, dass diese Kasse die Verordnungen nicht auf Gültigkeit prüfen würden. Dies wäre von uns Therapeuten gar nicht zu leisten und auch nicht nachvollziehbar. Es würde schon mit der Regelbehandlung und VaR nicht funktionieren, da für den Therapeuten nicht nachvollziehbar.
Fazit: Es weiß die rechte Hand nicht, was die Linke tun soll!
Um so wichtiger ist es, dass wir es wissen und uns auch so darstellen.

Grüße von

Maria2

16. Dezember 2011 08:01 # 12
Registriert seit: 05.04.2005
Beiträge: 946

Geändert am 16.12.2011 08:17:00
Absolut d´accord.

Mein ganz persönlicher Eindruck:

- hausgemachte Krise der Ergotherapie durch Wellnessfreaks, schwarze Schafe, Methodenjünger
- zubereitete Krise durch Verteilungskämpfe im Gesundheitswesen (Geld ist genug da)
- Identitäts"krise" der Ergotherapie (ist in Phasen eines Paradigmenwechsels "normal" )

Dazu kommt noch der zeitliche Horizont. Kurzfristig wirkende Maßnahmen (Regresse) und langfristige Fragestellungen (wohin entwickelt sich die ET), kurzfristige Effekte (Ausgabensteigerungen, Zulassungs-Inflation), langfristige Effekte (wie erklärt man Medizinern, ja der ganzen Gesellschaft, was Ergotherapie leistet)....ganz schön komplexe und auch explosive Mischung...

Wir haben für unsere Praxis beschlossen, unser Arbeiten von kurzzeitigen Einflüssen so weit es geht loszulösen und schwerpunktmäßig langfristige Aspekte zu verfolgen. Das scheint mir nachhaltiger...

Anm. zum letzten link von Maria:
Nett der Herr Dr. Metke, nicht wahr? Darauf habe ich ehrlich gesagt schon gewartet, seit der "bekennende Heilmittelfreund an die Macht kam". Schau´n mer mal, ob er nicht doch juristisch auf die FInger bekommt. Nur hilft das natürlich nur bedingt. Das einmal ausgesprochene Wort lässt sich nur schwer zurückholen...

Noch ein Nachtrag, nachdem mit dem gerade geschriebenen die im KV-Rundschreiben vorgenommene Kriminalisierung einer ganzen Branche gemeint ist... in den restlichen Passagen hat Dr. Metke durchaus recht.
ösung, die einfach, sauber und falsch ist. (Henry L. Mencken)
16. Dezember 2011 09:04 # 13
Registriert seit: 02.06.2005
Beiträge: 3212

Zitat:


Noch ein Nachtrag, nachdem mit dem gerade geschriebenen die im KV-Rundschreiben vorgenommene Kriminalisierung einer ganzen Branche gemeint ist... in den restlichen Passagen hat Dr. Metke durchaus recht.


Hallo gross,

ja, bewährte Taktik - wir Therapeuten kennen die ja unter der Bezeichnung "Projektion" bzw. "Zuschreibung"- was ich an eigenem übergriffigen bzw. falschem Verhalten vor mir und den anderen verbergen oder nicht wahr haben will, das unterstelle ich dem anderen. Scheint auf die gesamte Verwaltungsbranche zuzutreffen.

Bei der Gelegenheit: hat jemand zuverlässige Infos, was eigentlich aus dem Mitarbeiterstab inkl. Vorstand wird, wenn eine Krankenkasse schließt?

An sich ist ja bei Vorständen das Absolvieren der drei Stationen Partei, Krankenkasse, Gesundheitskonzern üblich. Aber was ist mit dem "Fußvolk"?

Grüße von

Oetken1
16. Dezember 2011 23:49 # 14
Registriert seit: 02.06.2005
Beiträge: 3212

Nachtrag:

Heute sah Herr Rösler in den Nachrichtenbeiträgen nicht so zuversichtlich aus wie sonst - irgendwie richtig nachdenklich....

Jetzt wo die FDP sich auflöst (Lindner weg, der Nachfolger - wie heißt der noch? - ein Fahrerflüchtling...) - was wird aus Philipp Rösler? Wird er wieder als Augenarzt arbeiten?

In Hannover, seiner Heimat? In Ostfriesland? (da kommt seine Frau her). Ich meine, natürlich werden Augenärzte gesucht, aber....

Oder wird er Vorstandsvorsitzender bei Helios oder Rhön-AG? Kassenprimus?

Ratlose Grüße von



Oetken1
17. Dezember 2011 08:28 # 15
Registriert seit: 06.12.2006
Beiträge: 3149

In seiner Zeit als Gesundheitsminister hat er doch die PKV wieder verstärkt ins Boot geholt. Vielleicht nehmen sie ihn auf?!
Am 6.1. werden wir es sehen.


Grüße von

Maria2

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