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Es reicht leider nicht aus, eine tolle risikobereite, fleißige Unternehmerpersönlichkeit zu sein. Es reicht nicht aus, ein fairer Angestellter oder PI zu sein. Es reicht nicht aus, Businesspläne für die Bank zu basteln und Kredite genehmigt zu bekommen. Denn auch wenn all das erfüllt ist, es fehlt den Ergotherapiepraxen das Allerwichtigste, ohne das kein Unternehmen mit Gewinnziel Sinn macht: Die gute Rentabilität. Die Margen sind wegen der viel zu niedrigen Honorare ungenügend, wie ich schrieb. Wenn die Rentabilität fehlt, macht die Gründung eines Unternehmens nun mal wenig Sinn. Ein ziemlicher Teufelskreis: Wegen geringer Erträge (und nicht etwa, weil PI immer nur unfaire, geldgeile Vampire sind) werden Angestellte schlecht bezahlt. Viele dieser frustrierten Mitarbeiter betrachten die eigene Praxisgründung als Ausweg, um aus den miesen Arbeitsbedingungen rauszukommen. Es gibt ja sicheres Geld – doch, wie gesagt, bei weitem nicht genug, um einen Praxisbetrieb hoch rentabel zu machen. Und so reproduziert sich dieses System der Unter-Honorierung und der Unter-Entlohnung, des Ärgers und der Frustration auf beiden Seiten immer wieder aufs Neue.
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Registriert seit: 14.11.2012
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Wubderbar zusammengefasst.  Und deshalb an dieser Stelle noch einmal die Erinnerung, das alle unzufriedenen  ( und natürlich alle Therapeuten, die mit ihrem Gehalt zufrieden sind  ) an der Online-Petition mitmachen. Jeder kann es schaffen, 10 Unterschriften beizusteuern.
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Registriert seit: 14.11.2012
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Upps. Wunderbar zusammengefasst, natürlich
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Geändert am 18.04.2015 09:05:00
Zu dem, was aliciahu anmerkte, möchte ich noch hinzufügen, was mich bisher in erster Linie von der Selbstständigkeit abgehalten hatte. In keinem mir bekannten Zweig der Selbstständigkeit ist man meines Erachtens so abgeschnitten vom freien Wettbewerb, wie bei den Ergos. Im Praxisbetrieb sind zum größten Teil die Ärzte als Entscheider/Empfehlender und der Gesetzgeber vorgeschaltet, so dass wir uns als Ergos trotz Selbstständigkeit in großen Abhängigkeiten befinden. Nur durch diese "Drangsalierung" entstehen doch zum größten Teil diese Klüfte zwischen PIs und MAs. Deshalb ist doch das momentane, wenn auch noch so kleine politische Signal in Bezug auf den Direktzugang so hoffnungstreibend. Sonst werden wir uns noch ewig in einem widersinnigen Kreislauf befinden, der fast damit zu vergleichen wäre, als würden nur die Sägewerke bestimmen dürfen, welcher Schreiner ihr Holz verarbeiten darf, egal wie die eigentliche Qualität der einzelnen Schreiner ist...  Wie gesagt, ich schätze die Arbeit in der Praxis sehr und bin froh, dass mein Arbeitgeber mir und meinen KollegInnen die Möglichkeit gibt, sich relativ frei zu entfalten...dass ist sehr viel wert. Nur hätte ich selbst zum momentanen Zeitpunkt und unter diesen Bedingungen keinen Trieb dazu, eine Praxis zu eröffnen. Gruß, ergotron
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Registriert seit: 10.02.2005
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Ich verstehe die Bedenken nicht. Meine Praxis läuft seit fast 5 Jahren. Ich arbeite allein und bin voll ausgelastet. Natürlich muss ich viel arbeiten. Aber: der Verdienst ist viel besser, als wenn ich angestellt wäre. Ich kann davon leben und mir auch mal was gönnen. Es ist ein gutes Gefühl, selbstständig zu sein. Ich gönne mir 6 Wochen Urlaub im Jahr. Ich begnüge mich mit einer kleinen Praxis und werde niemanden anstellen. Also, ich bin sehr zufrieden. Neulich fragte mich ein Bekannter bei der Besichtigung meiner Praxis: "Kann man denn damit reich werden?" Meine Antwort: "Nee, das ist ne ehrliche Arbeit ..." Gruß, Karsten
R46.2 – und Spaß dabei!
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Registriert seit: 16.07.2014
Beiträge: 62
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Zitat / KW hat geschrieben:Ich verstehe die Bedenken nicht. Meine Praxis läuft seit fast 5 Jahren. Ich arbeite allein und bin voll ausgelastet. Natürlich muss ich viel arbeiten. Aber: der Verdienst ist viel besser, als wenn ich angestellt wäre. Ich kann davon leben und mir auch mal was gönnen. Es ist ein gutes Gefühl, selbstständig zu sein. Ich gönne mir 6 Wochen Urlaub im Jahr. Ich begnüge mich mit einer kleinen Praxis und werde niemanden anstellen. Also, ich bin sehr zufrieden. Neulich fragte mich ein Bekannter bei der Besichtigung meiner Praxis: "Kann man denn damit reich werden?" Meine Antwort: "Nee, das ist ne ehrliche Arbeit ..."
Gruß, Karsten Endlich mal was positives zu dem Thema. Ich hoffe, dass kann ich in paar Jahren von mir auch sagen. Nur Mut !
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Registriert seit: 31.08.2007
Beiträge: 519
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Geändert am 19.04.2015 10:46:00
Liebe(r) j.zurm, ich kann verstehen, dass du in deiner Gründungsphase positive Rückmeldungen in Bezug auf Selbstständigkeit wie ein Schwamm aufsaugst...deshalb möchte ich kurz noch etwas beisteuern: Auch wenn ich selbst kein PI bin (warum, hatte ich ja bereits begründet), arbeite ich aufgrund der vielen Möglichkeiten sehr gerne in einer Praxis. Unsere Praxis läuft gut (unter Umständen ja unserer "innovativen" Vorgehensweise und den guten Kontakten zu Ärzten und Institutionen geschuldet  ). Wir haben eine weitere Filiale, eine recht komfortable Warteliste, ein tolles Team und wir werden ganz gut entlohnt. Natürlich kann es sich auch heute lohnen eine Praxis zu eröffnen, wenn man unter Berücksichtigung der Risiken und Voraussetzungen mit Enthusiasmus herangehen kann, dass scheint bei dir der Fall zu sein...ich wünsche dir viel Glück dabei!!!  Lieben Gruß, ergotron PS @KW: Bedenken werden natürlich aus den Erfahrungen heraus geäußert, die hier jeder individuell gemacht hat. Vielleicht hat ja der eine oder andere gemerkt, dass er doch nicht so ein "Arbeitstier" ist bzw. sein möchte, wie es die Selbstständigkeit erfordert...einer von möglichen vielen Gründen, um Unzufriedenheit aufkeimen lassen zu können. Deshalb finde ich einerseits gut, dass falladar mit "knallharten" Fakten die Eignung bzw. Voraussetzungen zur Praxisführung herausstellt, andererseits aber auch, dass du einen bodenständigen und recht bescheidenen Weg der Selbstständigkeit aufzeigst, der offensichtlich auch sehr zufrieden stellen kann. Nur, ich verstehe auch die Bedenken und habe teilweise selber welche. Lieben Gruß
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Registriert seit: 08.05.2009
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Hallo, ich habe auch über eine Selbstständigkeit nachgedacht. Aus verschiedenen Gründen entschied ich mich dagegen. Einer der Gründe ist, dass uns zur Zulassung so extreme Dinge abverlangt werden. Warum ist es zum Beispiel nicht möglich (so man es denn möchte) eine EinMenschPraxis nur für phsychisch-funktionelle Behandlungen zu eröffnen? Außerdem halte ich es beispielsweise für übertrieben, dass für jeden Mitarbeiter ein Therapie Raum vorhanden sein muss. Wir arbeiten zu völlig unterschiedlichen Zeiten, manche machen fast ausschließlich Hausbesuche. Die Räume stehen dann eben leer? Was soll das? Schönen Abend noch: Andrea
Ich liebe unseren Beruf! :-)
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falladar
Ehemaliges Mitglied
Beiträge: 1375
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... an Andrea60
Warum ist es zum Beispiel nicht möglich (so man es denn möchte) eine EinMenschPraxis nur für phsychisch-funktionelle Behandlungen zu eröffnen?
Die Kassenzulassung ist für alle Bereiche oder man läßt es und macht eine Privatpraxis auf. Was du im Anschluß, an deine Kassenzulassung, für deine Patienten anbietest, entscheidest du allein. Es gibt viele Praxen die sich auf nur einen Bereich festgelegt haben und gut davon existieren können. Eine Praxis jedoch auf nur ein Heilmittel wie die psychisch-funktionelle Behandlung festzulegen, geht gar nicht. Dieses Heilmittel kann bei neurologischen und psychiatrischen Diagnosen gleichermaßen verordnet werden. Eine Praxis kann nach einem Fachbereich, jedoch nicht nach einem Heilmittel ausgerichtet werden.
Außerdem halte ich es beispielsweise für übertrieben, dass für jeden Mitarbeiter ein Therapie Raum vorhanden sein muss. Wir arbeiten zu völlig unterschiedlichen Zeiten, manche machen fast ausschließlich Hausbesuche. Die Räume stehen dann eben leer? Was soll das?
Wenn die Praxisräume von mehr als einem MA, zu unterschiedlichen Zeiten, genutzt werden, kann bei der Zulassung von neuen MA ein "Stundenplan" erstellt werden, der die Raumnutzung festlegt und für die Zulassungserweiterung benötigt und von den KK anerkannt wird. In der Physiotherapie ist dieses Vorgehen normal. In der Ergotherapie denkt kaum einer an diese Zulassungsmöglichkeit, weil viele Ergopraxen u.a. kein Schichtsystem eingeführt haben.
MfG falladar
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